Shanti Ananda

The Nature Concept School

Mudigubbajuli2006

 Der folgende Bericht wurde von Horst Wagner geschrieben, den ich darum gebeten hatte, die Lehrergehaelter, fuer die ich in Deutschland gesammelt hatte, auszuzahlen. Ich selber war zu dieser Zeit in Deutschland.

Es ist gegen 9.00 Uhr morgens und ich warte auf der Veranda des Ashrams an der gleichen Stelle, wo sich Nagananda Swami immer an eine Statue anzulehnen pflegte. Warte auf Lakshmi, wir werden gleich nach Mudigubba fahren, um die Lehrergehälter auszuzahlen. Es ist ganz leise und der Wind streicht durch die Blätter der Bäume. Die Seele von Swami scheint sich mit dem Wind vermischt zu haben, es ist so etwas wie Zeitlosigkeit zu spüren. Diese Atmosphäre hilft mir in annehmender Weise, alles relativ Seiende als eine Form von Maya zu erkennen.

Es gibt nur eine "gesunde" Ausrichtung des Geistes, die Ausrichtung auf das Absolute, mögen die Sinne mit ihren Bedürfnissen auch einen anderen Weg gehen wollen. Das Leben scheint für uns "Zurückgebliebene" ohne nennenswerte Unterbrechung weiterzugehen. Die Frauen um Lakshmi herum, die den Ashram am Leben erhalten, haben wie gewöhnlich Mandalas gestreut und Blüten an manchen Stellen ausgelegt.

Ich stehe mit Lakshmi schweigend an der Ecke des Ashrams, wo der Bus hält, und wir warten auf ein Verkehrsmittel, was uns nach Mudigubba bringen soll, das 31 Km entfernt liegt. Dann erzählt sie mir noch einmal genau, wie sich das mit Swamis Schlaganfall entwickelt hat. Am Morgen des 2.Mai, als Swami in seinem Stuhl sitzend etwas Wasser trank, war ganz plötzlich die linke Körperhälfte gelähmt, und er konnte nur noch etwas lallen.

Nach einer langen Wartezeit kommt endlich ein völlig überladener Kleinbus, der uns mitnehmen will. Es wird heute gestreikt und außerdem sind Wahlen, dann sind die Busse besonders überladen. Ich setze mich auf den Boden des Busses, und nach und nach drücken sich die Menschen immer näher an mich heran. Ich wollte die Enge aber aushalten und nicht vom Boden aufstehen. Plötzlich machte sich meine Klaustrophobie wieder bemerkbar, und ich bekam starke Beklemmungszustände. Bei der nächsten Haltestelle drückte ich mich aus der Türe und kletterte auf das Dach, wo auch schon etwas mehr als 10 Menschen saßen.

Endlich war ich frei, konnte den Fahrtwind genießen und fand das Sitzen auf dem Dach ganz normal, wo ich sonst doch oft schimpfe, wenn ein völlig überladener Bus vorbeikommt, weil diese "fahrenden Bomben fuer alle gefährlich sind. Es sind annähernd 60 Personen in und auf dem Bus, obwohl er nur etwas 15 Sitzplätze hat. Was war das damals, als ich mit Helga und dem großen Motorrad mehrere
Wochen in einigen Bundesstaaten von Indien unterwegs war, doch für ein Unterschied. Nach 150 KM Tagesreise angenehm in einem Hotelzimmer zu schlafen. Keine stinkenden Leiber um mich herum, souverän unser Leben nur auf uns ausgerichtet.

Nach 70 Minuten ist die Quälerei auf dem Dach endlich zu Ende. Mir tun die Arschbacken weh, weil ich auf dem Dachgestänge sitzen mußte. Wir gehen zur Schule. Als wir ankamen, waren nur etwa 50 Kinder anwesend, die meisten Eltern hatten die Kinder nach Swamis Tod nicht mehr zur Schule geschickt, weil sie nicht sicher waren, ob der Schulbetrieb nach Swamis Tod weiter aufrechterhalten wird. Die Lehrer versicherten mir aber, daß die Eltern die Kinder wieder zur Schule schicken, wenn sie erfahren, das der Schulbetrieb weitergeht.

Der Wasserzugang zur Schule war seit zwei Monaten nicht aktiv, weil auf dem Weg zur Schule ein Wasserrohr geplatzt war. Da außerdem von dem Vorbesitzer des Gebäudes eine Stromrechnung über 8000 Rupees nicht bezahlt wurde, war auch der Strom abgesperrt. Es läßt sich aber eine neue Verbindung aufbauen, ohne die Stromrechnung des Vorbesitzers bezahlen zu müssen. Der Wassertank, der vor einigen Jahren in der Schule gebaut wurde, ist nie in Betrieb genommen worden, dazu fehlte ein Motor, der etwa 3000 Rupees kosten würde (100 Rupees sind etwas weniger als 2 Euro). Das Wasser wird dann von der staatlichen Wasserleitung in den Tank gepumpt. Bei normalerweise über 200 Kindern ist das schon notwendig. Die Lehrer haben den Schulbetrieb am 15.6.06 wieder aufgenommen, nachdem Helga ihre Unterstützung fuer die Schule dauerhaft zugesichert hatte.

Ich zahle den Lehrern für die Monate Juni und Juli die Gehälter aus. Es sind zwar im Moment viel mehr Lehrer als benötigt anwesend, aber nach einigen Tagen werden alle Kinder wieder zurückkommen. Es spricht sich schnell herum, daß der Betrieb weitergeht. In der Schule sind nur Kinder aus den unteren Kasten oder sogar Kastenlose, und sie werden in die Tagesarbeit der Eltern eingebaut, wenn sie nicht in diese Schule gehen. Und wir können die Lehrer ja auch nicht kurzfristig entlassen, um sie 2-3 Wochen später wieder einzustellen.

Einen Watchman können wir uns momentan nicht leisten aber er wird später dazustoßen, wenn der Stromanschluß wieder intakt ist. Ich habe den Lehrern aufgetragen, in die Häuser der Eltern zu gehen und sie zu bitten, die Schüler wieder zur Schule zu schicken. Außerdem habe ich Geld hinterlassen, damit die Wasserleitung repariert wird.

Am Ende des ersten Besuches teilte mir der Headmaster mit, das er Mitte August aufhören wolle. Da das aber für die momentane Situation ganz schlecht wäre, habe ich ihn im Beisein der Lehrerinnen gebeten, mit seinem Anliegen bis zu Helgas Ankunft zu warten, und er stimmte zu.

Die Schule braucht mittelfristig auch noch eine höhere Summe (etwa 50.000 Rupees), um eine Recognation bzw. ein Transferzertifikat von der Regierung zu erhalten. Wenn Schüler zu einer anderen Schule wechseln wollen, ist das notwendig, außerdem sowieso ab der sechsten Klasse. Das soll aber Helga regeln, wenn sie in Indien ist, da kenne ich mich nicht so gut aus. Eine früher lautende Erklärung von Helga mit dem Inhalt, daß ein indischer Devotee von Naganada Swami diese Summe entrichten wollte, war wohl bloß ein blankes Versprechen am Krankenbett des sterbenden Swami.

Als ich nach einer knappen Stunde wieder von der Schule zurück war, fühlte ich mich so, als hätte ich ohne schlafen drei Tage an einem Stück gearbeitet. Ich konnte mich nur so eben am Vordersitz festhalten, um nicht auf den Busboden zu fallen.

Alles Liebe, Horst Wagner

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