Shanti Ananda

The Nature Concept School

Newsletter oktober Zwei 2006

Wir, d. h. Horst Wagner - der mich mit seinen reichhaltigen Indienerfahrungen berät - und ich fuhren die 36 km lange Strecke zur Schule mit dem Motorrad; ich genoß auf dem Sozius den Ausblick auf die Landschaft. Die Fahrten sind beschwerlich, da die Straße schlecht ist und wir – jedenfalls am 28. 10. - sehr bepackt waren (Bastelmaterialien, Gitarre etc). Man kann erkennen, daß diese Gegend sich langsam zur Wüste entwickelt, wie die Wissenschaftler übereinstimmend sagen. Der Grundwasserspiegel sinkt immer mehr ab; um Wasser zu bekommen, muß immer tiefer gebohrt werden. Einige Gegenden aber sind grün und haben einen üppigen Baumbestand – auch dank der Wiederaufforstungsmaßnahmen der Sri Red Society. So muß es noch vor 50 Jahren überall in der Gegend ausgesehen haben. Aber – wie Martin Luther gesagt haben soll – auch wenn die Welt morgen untergeht, so pflanze heute noch einen Baum. Dieses Baumpflanzen – im übertragenen Sinn – mag zwar anstrengend sein, macht aber "Sinn". Das, was im heutigen Indien gebraucht wird, ist Innovation im Bildungsbereich. Und jeder Impuls, der hier gegeben wird, fällt auf fruchtbaren Boden. Nach ca. einer Stunde Fahrt erreichten wir die Schule.

Seit dem 6. August ist Chandra Mohan headmaster (Schulleiter): Er ist Mathematiker und hat 10 Jahre in einer Telugu Schule (Telugu ist die Landessprache in Andhra Pradesh) gearbeitet. Er hat Ramesh abgelöst, der nur zwei Monate an der Schule tätig war. Saraswati – eine der beiden Lehrerinnen, die seit fünf Jahren an der Schule arbeiten - ist am 17.10. Mutter geworden. Sie hat bis zu ihrer Entbindung voll gearbeitet und möchte nach zwei bis drei Monaten wieder "einsteigen". Drei Lehrerinnen (Nagaratna, Sabitta und Jayalakshmi) haben sich entschieden, eine dreijährige Zusatzausbildung im ca. 45 km entfernten Kadiri zu machen - sie findet jeden Sonntag ganztägig statt.

Momentan besuchen 48 Kinder die Schule. Die Lehrerschaft rechnet ab dem nächstem Schuljahr (Juli 2007) mit steigenden Schülerzahlen, sofern bis dahin eine Recognition (Staatliche Anerkennung) vorhanden ist - Prüfungen und Abschlüsse der Schule werden nur dann offiziell anerkannt, wenn die Schule über diese verfügt (25.000.- Rupees Gebühr, ca. 450.- Euro, beim education officer in Anantapur. Dort wird geprüft, wie die Räumlichkeiten sind, die Qualität des Unterrichts etc.). Die Kinder können auch nur zu einer anderen Schule wechseln, wenn die Schule eine recognition hat.

Momentan hat unsere Schule weder Strom- noch Wasserversorgung - Wasser muss in Eimern geholt werden. Um einen direkten Wasserzugang zu gewährleisten, muß die Leitung repariert werden (ca. 400 bis 500 Rupees). Für eine ganztägige Wasserversorgung ist eine Wasserpumpe notwendig, da die Regierungs-Wasserleitungen täglich nur für eine oder zwei Stunden Wasser zur Verfügung stellen. (Deshalb befindet sich in unserer "Modell-Schule" ein Wassertank auf dem Dach - Symbol für eine permanente Wasserversorgung). Eine hohe Stromrechnung steht offen – sie beträgt 8.828,20 Rupees; ca. 160.- Euro. Der Nagananda-Swami, Schulgründer, hatte jahrelang wegen einer Nachbar-Streitigkeit keinen Strom bezahlt; zusätzliche Strafgebühren führen zu dieser hohen Summe.

Das Schulgebäude und das Grundstück, auf dem es steht, gehören einem Swami, der beides der Schule dauerhaft unentgeltlich zur Verfügung gestellt hat. Einzige Bedingung ist, daß Kinder aus den unteren Kasten und Kastenlose Zugang zu elementarer Bildung bekommen. Das angrenzende Grundstück (ca. 530 qm) gehört dem Nagananda Ashram und sollte mittelfristig von der Schule erworben werden (Kosten ca. 30.000.- Rupees, d. h. ca. 545 Euro), damit Toiletten, ein Meditationsraum sowie ein Mehrzweck-Raum (Schulungen, Aufbewahrung von Material für Spiel und Sport etc.) gebaut werden können. Auch für eine kleine Küche, die zu einem späteren Zeitpunkt eine Mittagsmahlzeit für die Kinder zubereiten könnte, wäre Platz vorhanden… (In Andhra Pradesh wird an jeder Regierungsschule für Kinder bis zur 5. Klasse kostenlos ein Mittagessen bereitgestellt; es wäre schön, wenn das auch an unserer Schule mittelfristig möglich wäre…) Ein weiteres Nachbar-Grundstück (ca. 5000 qm) könnte mittelfristig für ca. 1000 Rupees/Monat, ca. 18.- Euro, angemietet oder für ca. 300.000.- Rupees (ca. 5.450.- Euro) gekauft werden. Obst- und Gemüseanbau könnten so in kurzer Zeit die Selbstversorgung gewährleisten sowie ggf. auch finanzielle Einnahmen für die Schule ermöglichen. Spiel- und Sportgeräte für die Kinder – die bisher nicht vorhanden sind – könnten hier aufgestellt werden.

Die Lehrerschaft, die die gute Qualität des Unterrichts und des sozialen Klimas in der Schule betont, wünscht sich freie Bücher und freie Schulkleidung für die Schulkinder. Zu Nagananda Swamis Zeiten hat es sie gegeben, aber momentan ist aufgrund der knappen Finanzen daran nicht zu denken... Freie Schulkleidung soll es – wenn genug Spenden vorhanden sind - für die Kinder geben, die mindestens ein halbes Jahr die Schule regelmäßig besuchen (eine Schuluniform kostet ca. 200 Rupees, ca. 3,63 Euro). Sehr wichtig sind Unterrichtsmaterialien, z. B. Karten- und Anschauungsmaterial. Die Lehrer sind zwar sehr erfinderisch bei der Herstellung von selbstgebasteltem Material, aber alles können sie nicht selber machen (hier ein selbst hergestelltes Modell):

Kreativmaterial für die Klassen (Farben, Papier, Stifte etc.) ist ebenfalls notwendig und kostet pro Schuljahr im Schulkindergarten ca. 200.- Rupees und in den Klassen 1 – 5 ca. 400. bis 500.- Rupees, ca. 8,18 Euro pro Kind. Auch Spiele und Spielmaterialien sind kaum vorhanden und sollten – um eine umfassende Bildung auch im spielerischen Bereich zu ermöglichen – angeschafft werden. Für die freitags stattfindende Schul-Puja (religiöse Feier) werden Musik-Instrumente gebraucht. Sobald der Strom wieder da ist, können auch Musik-Kassetten als Lehrmaterial zum Einsatz kommen.

Im Rahmen des Workshops am 28.10 beschäftigten der Schulleiter und die Lehrerinnen sich mit dem Schwerpunkt "Visionsentwicklung". Die Powerpoint Präsentation, die einige Bilder zeigt, ist Euch/Ihnen in der letzten Woche zugegangen. Hier noch mal ein Foto des dabei entstandenen Modells, welches das Kollegium aus Abfallmaterialien bastelte:

Das Modell zeigt ein einstöckiges Gebäude, in dem jede Klasse ihren eigenen abgeschlossenen Raum hat (im Moment sind die einzelnen Klassen hintereinander auf der Veranda angeordnet – keine ist "für sich"). Der Wassertank auf dem Dach gewährleistet die permanente Wasserversorgung. Für den Watchman (Wachmann) ist ein eigenes Haus vorgesehen, das ihm eine gewisse Eigenständigkeit gewährt – momentan hält er sich in einem kleinen Zimmer in der Schule auf. Toiletten werden gewünscht - es gibt z. Z. nur eine einzige Toilette für Frauen; die Kinder gehen "outside", wie es bis heute vielfach in Indien üblich ist…). Den schön gestalteten Schulgarten kann man deutlich erkennen: Mittelpunkt bildet eine gepflegte Rasenfläche. Clou des Ganzen ist das Planetarium, Symbol für eine Bildung mit allen Sinnen ist (nach neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen finden gewisse Verknüpfungsprozesse im Hirn im Vorschulalter nur dann statt, wenn die Sinne und der Bewegungsdrang entsprechend stimuliert werden). Spielgeräte für die Kinder konnten die LehrerInnen aus zeitlichen Gründen nicht mehr basteln…

Das Kollegium diskutiert im Rahmen des Workshops am 28.10. auch die Frage, ob es sinnvoll ist, einen Verein zu gründen, und befürwortet einstimmig die Gründung einer society. Diese Entscheidung bedeutet gleichzeitig, daß das Kollegium sich vom Nagananda Ashram (dem bisherigen offiziellen Träger der Schule) abkoppeln möchte. Eine Society ist nicht nur Symbol für ein nachhaltiges Interesse an der Schule, sondern ermöglicht auch teilweise günstigere Einkäufe. Wir legen als Gründungs-Termin den 11.11. fest, mußten dann aber diesen Termin auf den 18.11. verschieben. Manjunat Reddy, unser Fachmann vom Sri Red Trust, der uns bei der Gründung beraten wird, ist am 11.11. verhindert. Die Frage, welchen Namen die Schule in Zukunft haben soll, kann momentan noch nicht beantwortet werden, und wird sich bei der konstituierenden Sitzung der Society erneut stellen.

Alles in allem war unser Workshop am 28.10. ein voller Erfolg - alle sind zufrieden. Die Lehrerschaft freut sich darüber, daß die Zukunft der Schule nun gesichert ist. Sie ist sehr motiviert, Innovationen durchzuführen. Die Entscheidung der drei Lehrerinnen Nagaratna, Sabitta und Jayalakshmi, eine dreijährige Fortbildung anzufangen, spiegelt das Engagement der LehrerInnen wider. Natürlich ist die Schule auf das Engagement von Euch und Ihnen angewiesen – momentan könnte sie ohne die Unterstützung von der deutschen Seite nicht existieren. Mein Bestreben ist es zwar, die Schule mittelfristig finanziell – soweit wie möglich – auf eigene Beine zu stellen, aber momentan sind viele Investitionen notwendig, wie aus meinem Bericht hervorgeht.

Angesichts der Vielfalt der notwendigen Investitionen möchte ich Euch/Sie herzlich zum Spenden aufrufen. Unsere monatlichen Ausgaben von z. Z. 11.700.- Rupees sind zwar soeben abgedeckt, aber für besondere Zwecke ist noch kein Geld vorhanden. Bitte spendet auf das folgende Konto:

Anahata e. V.

Konto-Nummer: 835 703 806

BLZ: 700 100 80

Postbank München

(Bitte immer als Betreff Mudigubba angeben!)

Der Anahata e. V. ist ein gemeinnütziger Verein mit Sitz in München. Monika Anna Müller, die sich zur Zeit ebenfalls in Puttaparthi aufhält, ist die 1. Vorsitzende. Ich füge diesem newsletter eine Niederschrift der 3. Jahreshauptversammlung des Anahata e. V. vom Juli dieses Jahres bei, damit Ihr/Sie sich ein Bild davon machen könnt, welche Projekte dieser Verein fördert. Wie ich in meiner letzten mail mitgeteilt habe, ist eine Vernetzung des Anahata e. V. mit dem indischen Verein "Sri Red" geplant, um einen offiziellen Spendenzugang zu unserer Schule zu gewährleisten. Ich gehe davon aus, daß diese im November stattfindet. Das heißt, daß ab diesem Zeitpunkt offiziell Spendengelder für unser Schulprojekt nach Indien geleitet werden können und daß es natürlich auch Spendenquittungen geben wird.

Die folgende Liste zeigt im Überblick, was für unsere Schule benötigt wird:

Gegenstand

Rupees

Euro

Stromrechnung

8.828,28 Rupees

160.- Euro

Schul-Uniformen (für 50 Kinder)

10.000.- Rupees

182.- Euro

Freie Bücher

8.000.- Rupees

145.- Euro

Recognition (Staatliche Anerkennung)

25.000.- Rupees

450.- Euro

Wasserpumpe

2.000.- Rupees

37.- Euro

Kreativ-Material

15.000.- Rupees

273.- Euro

Spiele und Spiel-Materialien

10.000.- Rupees

181.- Euro

Instrumente

5.000.- Rupees

90.- Euro

Grundstück

30.000.- Rupees

545.- Euro

Schulungs-Materialien

2.000.- Rupees

36.- Euro

Unterrichts-Materialien

10.000.- Rupees

182.- Euro

Summe

116.828,28 Rupees

2281.- Euro

Ich danke Euch/Ihnen herzlich für Euer Interesse, Eure Anteilnahme und für Eure Unterstützung – sei sie ideeller oder materieller Natur.

Helga Shanti Fründt

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