Shanti Ananda

The Nature Concept School

Shanti Ananda newsletter 8/2007

 

Unser neuer Newsletter steht ganz unter dem Zeichen "Kreativität". Wie die Schlagzeile aus dem "Hindu" vom Oktober 2007 zeigt, ist dieses Thema seit neuestem eines der am heißesten diskutierten Themen in der Welt der Erziehung. Zu Recht, denn es spricht sich unter den LehrerInnen langsam herum, dass Kreativitäts-Erziehung viele Vorteile hat: die Kinder haben mehr Spaß am Lernen; sie lernen schneller, sind selbstbewusster usw. Ein Beispiel, das in Deutschland einigermaßen bekannt ist: Forscher haben in Feldstudien herausgefunden, dass Kinder bzw. Jugendliche den Abiturstoff – für den sie in der Schule acht bzw. neun Jahre brauchen – bei freier, d. h. kreativer, Gestaltung ihres persönlichen Lehrplans in nur 11 Monaten (!) bewältigen können. Ich persönlich bin davon überzeugt, dass die Menschheit alle Fähigkeiten besitzt, um alle Probleme umfassend zu lösen. Unsere Kinder sind unsere Zukunft: geben wir ihnen doch die Chance, sie "kreativ – das heißt auch selbst bestimmt - zu kreieren". Dieses Gedankengut ist in Indien bzw. in Andhra Pradesh allerdings ungewohnt und neu; die Schulen sind noch sehr in alten "pädagogischen" Mustern verhaftet; in der Praxis bedeutet das "Drillschule" - an den meisten Schulen sogar mit dem "Hilfsmittel" Stock…

Das erste "Educational Meeting", bei dem sich VertreterInnen dreier Schulen sowie an Erziehung interessierte und engagierte Personen bei Monika Müller, der Schirmherrin der Helping Eagle Foundation, trafen, stand unter dem Zeichen der Kreativität. Alle Anwesenden waren sich darüber einig, dass die Kreativitäts-Erziehung eine wesentliche Rolle spielt. Ich hatte die Ehre, anlässlich dieses Treffens meine neue PowerPoint Präsentation über Kreativität vorführen zu dürfen. Ich habe sie erstellt, um demnächst vor den Mitgliedern des Rotary Clubs, Bangalore, einen Vortrag zu ebendiesem Thema zu halten. Die Hauptthesen:

Kreativität ist die Fähigkeit, zu kreieren. Wir sind Schöpfer, und die Welt um uns herum ist unsere Schöpfung.

Unsere Fähigkeit, zu kreieren, ist heutzutage wichtiger denn je.

Unsere Kreativität wird unterstützt durch eine Atmosphäre von Freude, Akzeptanz und Liebe.

Angst und Druck, die Dinge auf eine bestimmte Art tun zu müssen, sind die natürlichen Feinde der Kreativität.

Kinder, die ihre Kreativität ausdrücken, lernen schneller und behalten die Dinge besser in ihrem Gedächtnis. Sie sind glücklicher, selbstbewusster und sozialer eingestellt. Als Erwachsene sind sie in jeder Hinsicht erfolgreicher.

Die Anwesenden des Educational Meetings waren sich darüber einig, dass der Kreativitäts-Erziehung – besonders für das Lehrpersonal - Vorrang gebührt. Daher sind Lehrer-Workshops zu diesem Thema sehr erwünscht; und ich werde demnächst hier in Puttaparthy – nach den Kindergarten-Workshops an der Sri Shirdi Sai School - auch an der Sri Sai Vidya Niketan School tätig werden.

Lehrerinnen der Sri Shirdi Sai Schule beim Kneten

Headmaster Chandra Mohan und Lehrerin Nagaratna demonstrierten mit einer Stegreif-Theaterszene ein praktisches Beispiel für Kreativität; sie gaben den Anwesenden eine Idee, wie eine Lehreinheit "Erziehung in Menschlichen Werten" aussehen kann. (Vielleicht erinnert sich der oder die Eine oder Andere, dass das "Hasty Rabbit" (das "Hastige Kaninchen") Titel einer Geschichte war, die – als Illustration für "Erziehung in Menschlichen Werten" – im Januar 2007 an der Shanti Ananda Schule Gegenstand eines Lehrer-Workshops war).

Chandra Mohan und Nagaratna bei ihrem Stegreif-Theaterspiel

Während bisher die Spendengelder vom Anahata e. V. über den indischen Verein SRIRED an die Shanti Ananda Schule weitergeleitet wurden, ist nunmehr die Helping Eagle Foundation unser Kooperationspartner. Den Ausschlag für diese Änderung gaben persönliche Kontakte, aber auch die Struktur der H. E. F. (sie ist ein Trust, während SRIRED eine Society ist – mehr Sicherheit für unsere Funds). Wir haben jetzt auch ein eigenes Konto für die Schule – was u. a. den Vorteil hat, dass damit auch Überweisungen von indischen und anderen Sponsoren direkt nach Puttaparthy möglich werden. Eines der mittelfristigen Ziele für die Finanzierung der Schule ist ja, dass das eigene Land mehr in die Verantwortung gehen soll…

Wir haben jetzt einen Schul-Berater: Manjunath Reddy. Er war bisher Kontoführer (für SRIRED) und wurde jetzt von Mani, Helping Eagle Foundation, abgelöst. Manjunath, der über vielfältige Talente verfügt, hat sich sehr für die Shanti Ananda Schule engagiert, sei es bei der Einübung des "Cultural Programs" anlässlich der offiziellen Schuleinweihung, sei es bei dem Abkommen mit dem Bürgermeister hinsichtlich unseres Mietvertrags, sei es in seiner Rolle als Ratgeber für die Lehrer, vor allem hinsichtlich des Procedere der "Recognition", d. h. der offiziellen Anerkennung der Schule seitens der Regierung. Mittlerweile ist dieser Prozess, der mit viel Papierkrieg verbunden war, weitgehend abgeschlossen. Es ist damit zu rechnen, dass unsere Schule in kurzer Zeit offiziell anerkannt wird, bis zur 7. Klasse. Nur noch ein Besuch des Mandal Education Officers ist notwendig…

Beim letzten Kreativitäts-Workshop in Mudigubba wurde das Papiertheaterspiel thematisiert. Demnächst werden die LehrerInnen den Kindern ein Papiertheaterstück vorführen. Hier eine Impression vom "Training":

Dank eines Sponsors bin ich jetzt Besitzerin eines Elektro-Skooters. Er wird wie ein Handy an der Steckdose aufgeladen – mit einer Batterieladung fährt er ca. 70 bis 90 km weit.  Ein konventionelles Motorrad braucht für 100 km Benzin für ca. 100 bis 120 Rupees – mein Skooter benötigt nur Strom für ca. 4  bis 5 Rupees! Er ist im Rahmen von "Environment Protection" (Umweltschutz) vorbildlich und fährt sich angenehm, weil er sehr leise ist. Ich brauche weder Führerschein noch Nummernschild, da er nicht schneller als 40 km/Stunde fährt, schnell genug auf den hiesigen meist schlechten Straßen. Dank des Skooters bin ich nicht mehr auf den äußerst unzuverlässigen Bus angewiesen, um ins 35 km entfernte Mudigubba zu kommen. Nun bin ich in einer Stunde vor Ort; bisher habe ich hin und zurück fünf Stunden Fahr- und Wartezeit einkalkulieren müssen. Die Herstellerfirma ACE Motors ist eine Tochtergesellschaft der bekannten indischen Firma Tata.

Ich habe ihn in der Einweihungs-Pooja auf den Namen "Sri Ganesh" getauft, was einen glücklichen Anfang garantieren soll ("Ganesha" ist der Elefantengott, der für einen guten Anfang und gutes Gelingen steht).

Watchman Ravi und Elektriker/Installateur Adi bewundern das E-Bike

Zum Schluss eine herzliche Bitte: wir brauchen SponsorInnen für die Ausstattung unseres Kindergartens. In den letzten Monaten haben wir für viele Tausende Rupees Materialien gekauft; aber der Bedarf ist riesig, da wir vor etwas über einem Jahr beim Nullpunkt angefangen haben. Momentan bin ich dabei, Bauklötze und Holzspielzeug von einem ortsansässigen Schreiner herstellen zu lassen. Der Wunsch der LehrerInnen ist, für unsere Kleinsten auch Schaukelpferde und Fahrräder zur Verfügung zu stellen, um ihnen viel Bewegung zu ermöglichen. Wer sich angesprochen fühlt, möge seine Spende mit dem Zusatz "Mudigubba – Kindergarten" versehen. Ganz herzlichen Dank im Namen unserer Kleinen!

Ein paar Infos über Flagge und Nationalemblem Indiens: wie man auf dem obigen Bild sehen kann, besteht die Flagge aus den Farben grün, safran und weiß mit einem Rad in der Mitte. Dieses ist eine Replik des Chakras auf Ashokas (historischer indischer König) Löwenkapital. Das Löwenkapital – indisches Nationalsymbol, das auf allen Geldscheinen und offiziellen Papieren zu sehen ist - stammt von der Ashokasäule in der Nähe von Sarnath. Das Emblem zeigt drei der vier Löwen, die auf der Säule sichtbar sind.

Zur Flagge: die Farbe safran steht für Mut, Opfer und Verzicht. Weiß symbolisiert Wahrheit und Reinheit – Wahrheit der Rede und Reinheit des Gedankens. Die Farbe Grün repräsentiert Leben und Glauben – viele Menschen glauben auch, dass es für das grüne Land oder die Landwirtschaft Indiens steht. Die 24 Speichen des Rades in der Mitte sind ein Vielfaches der 8, welche den edlen Achtfachen Pfad – von Buddha gelehrt – symbolisiert. Das Rad selber bedeutet unaufhörliche Bewegung und Fortschritt.

Mit ganz herzlichen Grüßen aus Südindien,

Helga Shanti Fründt

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