Shanti Ananda

The Nature Concept School

Shanti Ananda newsletter 2/2008

 Schwerpunkt dieses Newsletters ist unser Kindergarten. Gemeinsam haben wir – LehrerInnen, unser Schulberater und ich – überlegt, wie die Qualität verbessert werden könnte. Wir sind zu dem Ergebnis gekommen, daß wir alle Energie daransetzen, uns von guten Beispielen inspirieren zu lassen, Neues zu lernen und in der Praxis anzuwenden - mit dem Ziel, einen guten Kindergarten zu erhalten. So fahre ich regelmäßig zur Hospitation und Beratung in die Schule; und auch unser LehrerInnen-Workshop vom März stand unter dem Motto „Qualitätsverbesserung im Kindergarten“. Die Fotos zeigen einige Eindrücke:

Bauklötze „in Action“ bei Schreibübungen

Die Kinder üben Tiergeräusche

Gemeinsames Puzzeln

Übungen zur Entfaltung der Sinne im Kindergarten-Workshop

Essentials unserer Kindergarten-Erziehung:

Wir beginnen jeden Tag mit einem Spielkreis!

Wir lassen die Kinder sich viel bewegen!

Wir arbeiten mit möglichst vielen Sinnen!

Wir benutzen spielerische Methoden!

Wir respektieren die Individualität jedes Kindes!

Sheila Swift, Multiplikatorin der „Erziehung in Menschlichen Werten“,

spendet der Schule Handpuppen i. R. des Kindergarten-Workshops

Im folgenden Text möchte ich einige Gedanken von Swamy Vivekananda (1863 – 1902) zur Erziehung vorstellen. Vivekananda ist neben Mahatma Gandhi eine der beiden großen Symbolfiguren Indiens. Obwohl er seit über 100 Jahren nicht mehr auf dieser Erde weilt, haben seine Worte nichts von ihrer Aktualität verloren.

Vivekananda, am 12. Januar 1863 in Calcutta geboren, weihte sein Leben dem Einsatz für soziale Reformen und dem Ziel, Indiens großartiges spirituelles und kulturelles Erbe dem Westen nahezubringen. 1893 erhielt er tosenden Beifall in Chicago im Weltparlament der Religionen mit seinen einleitenden Worten: „Schwestern und Brüder von Amerika“; er verkündete, daß die Religionen nicht dazu da seien, Haß und Zwietracht zu säen, sondern Liebe und Brüderlichkeit. Nachdem er aus Amerika zurückkam, gründete er die Ramakrishna Mission in Calcutta; diese hat die Aufgabe,  Wohltätigkeit und Erziehung zu verbreiten; sie hat Zweige in Asien, Europa und den Vereinigten Staaten. Belur Math, 8 km von Calcutta entfernt, ist die internationale Zentrale der Ramakrishna Mission. Vivekanandas Vision war, daß Indien denselben materiellen Reichtum wie der Westen haben, sich aber seine moralischen Werte erhalten sollte. Anläßlich seines Geburtstags feiert Indien jedes Jahr am 12. Januar den nationalen Jugendtag.

Hier einige Zitate von Swamy Vivekananda:

„Wenn wir sagen, daß jemand etwas „weiß“, sollte es heißen, daß er etwas „entdeckt“ hat; was ein Mensch „lernt“, ist in Wirklichkeit das, was er „entdeckt“, indem er die Bedeckung von seiner Seele - eine Miner von unermeßlichem Wissen – nimmt. Wir sagen, Newton entdeckte die Gravitation. Saß sie irgendwo in einer Ecke und wartete auf ihn? Sie war in seinem eigenen Geist; die Zeit kam, und er fand ihr Geheimnis heraus. Alles Wissen , das die Welt jemals erhalten hat, kommt vom Geist; die unermeßliche Bücherei des Universums ist in Deinem eigenen Geist. Die äußere Welt ist einfach die Gelegenheit, die Dich befähigt, Deinen eigenen Geist zu studieren, aber das Objekt Deiner Studien ist immer Dein eigener Geist. Das Fallen eines Apfels gab Newton die Eingebung, und er studierte seinen eigenen Geist. Er ordnete alle vorherigen Gedankenverbindungen in seinem Geist neu und entdeckte eine neue Verbindung zwischen ihnen, die wir nun das „Gesetz der Schwerkraft“ nennen.

Alles Wissen, weltlich oder spirituell, ist im menschlichen Geist. In vielen Fällen wird es nicht entdeckt, sondern bleibt bedeckt, und wenn die Bedeckung langsam entfernt wird, sagen wir „Wir lernen“; und der Fortschritt des Wissens entsteht durch den Fortschritt dieses Entdeckungsprozesses... Der Lehrer verdirbt alles, wenn er denkt, daß er lehrt. So sagt die Vedanta (Lehre von den Veden), daß alles Wissen im Menschen ist – auch in den Kindern ist es so – und es bedarf nur eines Erwachens; das ist die Arbeit des Lehrers. Wir müssen den Kindern nur helfen, daß sie lernen, ihren eigenen Intellekt richtig anzuwenden für den richtigen Gebrauch ihrer Hände, Beine, Ohren, Augen etc., dann wird alles ganz einfach...

Erziehung ist die Manifestation der Vollendung, die sich schon im Menschen befindet... Daher ist die einzige Pflicht des Lehrers, alle Hindernisse auf diesem Weg zu beseitigen...

Was ist Erziehung? Besteht sie darin, Buchwissen zu lernen? Nein. Ist sie diverses Wissen? Nein, auch nicht. Die Übung, durch die Willensstrom und -ausdruck unter Kontrolle gebracht und fruchtbar werden, wird Erziehung genannt....

Erziehung ist nicht, den Geist mit einer Fülle von Fakten zu füllen. Das Ideal der Erziehung ist, den Geist zu perfektionieren und vollständige Meisterschaft über ihn zu bekommen...

Für mich ist die wahre Essenz der Erziehung die Konzentration des Geistes, nicht das Ansammeln von Fakten. Wenn ich meine Erziehung wiederholen könnte und dabei ein Mitspracherecht hätte, würde ich mich nicht auf Fakten konzentrieren. Ich würde die Kraft der Konzentration und der Loslösung entwickeln und würde dann mit diesem perfekten Instrument willentlich Fakten sammeln. Nebeneinander sollten im Kind die Konzentrationskraft und die Kraft der Loslösung entwickelt werden....

Erziehung ist nicht die Summe der Informationen, die Dir ins Hirn gegeben wird und dort Dein Leben lang unverdaut randaliert. Wir brauchen die lebensaufbauende, menschenmachende, charakterbildende Aufnahme von Ideen. Wenn Du fünf Ideen aufgenommen hast und diese Dein Leben und Deinen Charakter prägen, hast Du mehr Erziehung als jeder Mensch, der eine ganze Bibliothek erhalten hat... Wenn Erziehung identisch mit Information wäre, wären die Büchereien die größten Heiligen in der Welt; und die Enzyklopädien wären die Rishis...

Wir wollen eine Erziehung, durch die der Charakter gebildet und die Stärke des Geistes vergrößert wird, der Intellekt sich ausdehnt und durch die man auf eigenen Füßen stehen kann.

Die Erziehung die nicht den gewöhnlichen Massen hilft, sich für den Lebenskampf auszurüsten, die keine Charakterstärke hervorbringt, keinen Geist der Menschenliebe und keinen Mut eines Löwen – ist sie diesen Namen wert? Richtige Erziehung ist das, was einen befähigt, auf seinen eigenen Füßen zu stehen.

Was wir brauchen, ist das Studium verschiedener Bereiche unseres eigenen [indischen] Wissens und außerdem englische Sprache und westliche Wissenschaft; wir brauchen technische Erziehung und alles das, was Industrien entwickelt, so daß die Menschen, anstatt Hilfe zu suchen, genug für ihren Lebensunterhalt verdienen und genug sparen können für einen regnerischen Tag.

Wie kann es irgendeinen Fortschritt für das Land geben, ohne daß Erziehung verbreitet wird, die Morgendämmerung des Wissens? ... Aber wißt sicher, daß absolut nichts getan werden kann, die Situation zu verbessern, bis nicht Erziehung verbreitet wird unter den Frauen und den Massen...“

Im Februar fand unter Leitung von Prema ein Bhajan-Workshop statt. Die LehrerInnen hatten Gelegenheit, sich vertieft mit diesem Thema zu befassen. Bhajans, Gesänge zum Lobe Gottes, sind tief in der indischen Kultur verwurzelt; es gibt 1000e von ihnen. Sie zu singen ist eine eigene spirituelle Disziplin. Bhajansingen wird einmal wöchentlich in der Shanti Ananda Schule praktiziert.

Bhajan-Workshop

Zum Schluß möchte ich über unser Elterntreffen im Februar berichten. Wir hatten es veranstaltet, um uns ein Bild zu machen, wie die Eltern über einen eventuellen Neubau der Schule denken. Dieser ist natürlich vor dem Hintergrund unserer intensiven pädagogischen Bemühungen im Hinblick auf die Entwicklung zur kreativen und lebenspraktisch orientierten Schule zu sehen. Im letzten newsletter hatte ich berichtet, daß die LehrerInnen eine ökologisch gestaltete Schule gründen möchten, wo die Kinder – ähnlich wie in den Nature Schools, die wir besucht haben - lebenspraktische Fähigkeiten erlernen können. Unsere Eltern sind sehr angetan von der bisherigen Entwicklung der Shanti Ananda Schule und zudem sehr motiviert, sich mit Rat und Tat einzubringen: sie haben uns jede Art der Hilfeleistung angeboten. So steht nun der weiteren Entwicklung unserer Schule nichts mehr im Weg. Wir sind dabei, uns nach einem geeigneten Stück Land umzuschauen. Anschließend brauchen wir Sponsoren, die es bezahlen. Möglicherweise haben wir das passende Grundstück bereits gefunden...

Parents’ Meeting am 16.2.

Mit ganz herzlichen Grüßen aus Südindien,

Helga Shanti Fründt

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