Shanti Ananda

The Nature Concept School

Shanti Ananda newsletter 6/2008

Am 1.11. leitete Linda, eine Englischlehrerin aus den USA mit internationaler Lehrerfahrung (u. a. in Saudiarabien und der Türkei), einen Lehrer-Workshop.

Linda erklärt den Aufbau von Puzzles (Größe, Farbe, Gestalt, Anzahl der Teile...)

Sie stellte unsere neuen Lehr- und Unterrichtsmaterialien, die wir gemeinsam in Bangalore eingekauft hatten, dem Kollegium vor und erklärte, wie man sie sinnvoll einsetzen und mit anderen Materialien kombinieren kann. Sie veranschaulichte u. a., wie wichtig und wesentlich es ist, die verschiedenen Lerntypen (Visuell, akustisch, kinästhetisch) zu berücksichtigen, um gute Lernergebnisse zu erzielen.

Diese Lehrerbildungs-Maßnahme lief mit viel Gruppenarbeit und Eigentätigkeit ab; die Lehrerinnen und Lehrer hatten auch reichlich Gelegenheit, sich kreativ auszudrücken. So bauten sie u. a. Skulpturen aus Lego, stellten sie den anderen vor und erzählten eine Geschichte dazu.

Blick auf die phantasievollen Legoskulpturen des Kollegiums

Das Kollegium war mit Engagement und Spaß bei der Sache; es war ein lebendiger und kreativer Tag. Die LehrerInnen waren sehr angetan von Lindas Unterrichtsstil und wurden in vielfacher Hinsicht inspiriert für den schöpferischen Umgang mit den neuen Lehr- und Unterrichtsmaterialien. Im nächsten newsletter werde ich u. a. darüber berichten, wie diese bei den Schülerinnen und Schülern ankommen...

Nagaratna leitet das Quiz mit Wordplus

Im letzten newsletter habe ich berichtet, daß wir auf die Vermessung des Schulgeländes warten. Mittlerweile war der Survey (Landvermesser) in der Schule und hat ausgemessen, daß das Schul- bzw. Tempelgelände zu klein ist (in der Spendungsurkunde ist von 7,5 Cent die Rede, was ca. 303 qm entspricht; das Schulgelände ist aber nur 5,8 Cent groß). Nach Recht und Gesetz steht uns nun zusätzliches Land des damaligen Spenders zu. Aber da wir in Indien sind, ist alles nicht so einfach, wie es sich anhört. Die Frage ist nämlich, an welcher Stelle die „fehlenden“ 1,75 Cent der Schule „zugeschlagen“ werden - es gibt prinzipiell zwei Möglichkeiten... Die Skizze zeigt die beiden in Frage kommenden Stücke Land rechts neben bzw. unter der (grün umrandeten) Schule:

Eines der violett markierten Stücke Land könnte der Schule zugute kommen...

Der Mandal Revenue Officer (MRO) muß prüfen, ob beide Stücke Land dem oben erwähnten Nachbarn gehören – was wir bisher nur vermuten, aber nicht definitiv wissen. Erst nachdem das geklärt ist, kann die Schule eines dieser Landstücke offiziell in Besitz nehmen... Zum MRO können wir aber erst gehen, wenn unsere angefangenen Baumaßnahmen (Erweiterung der Klassenräume im hinteren Teil), die wegen Beschwerden vom Nachbarn abgebrochen wurden, ohne weitere Schwierigkeiten „über die Bühne“ gehen. Falls es nämlich in dieser Angelegenheit wieder Streit geben sollte, könnte es passieren, daß die Nachbarn ein Gerichtsverfahren anleiern. Das wäre für uns nicht günstig, denn sie könnten u. U. recht bekommen – bei der Spendung des Grundstücks sind sie, die Kinder des damaligen Spenders, nämlich nicht gefragt worden – was hierzulande unüblich ist. Man sieht, daß wir einen langen Atem und viel Geduld entwickeln müssen...

Pulappa und Manjunath beim Abgehen des dreieckigen Stück Landes vor der Schule

In der Versammlung der Shanti Ananda Education Society am 25. Oktober fanden Neuwahlen des Vorstandes statt: Neue Präsidentin ist M. Sabitha, Vizepräsidentin: A. Saraswathi, Sekretärin: D. Jayamma, stellvertretende Sekretärin: M. Saraswathi, Schatzmeister: Raja Shekar. Mit 4 Frauen im Vorstand sind wir hierzulande schon eine Besonderheit... Die Versammlung beschloß, drei Trinkwasserfilter (zwei für die SchülerInnen und einen für das Lehrpersonal) anzuschaffen sowie einen neuen Trinkwasserspeicher in der Schule aufzustellen (in Mudigubba, einem Wasser-Notstandsgebiet, ist Wasser nicht selten nur alle drei oder vier Tage über die öffentliche Wasserleitung erhältlich, so daß Vorratshaltung eine Notwendigkeit ist).

Auf der Societyversammlung wurde auch diskutiert, ob es eine Möglichkeit sein könnte, das zu erwartende Stück Land für eine von den Schülerinnen und Schülern betriebene Baumschule zu nutzen. Die Kinder könnten sich mit dem Aufziehen und der Pflege von (Frucht-)Bäumen beschäftigen; die Bäumchen könnten verkauft werden und auf diese Weise die finanzielle Situation der Schule verbessern. Es wäre auch ein Schritt in die von uns gewollte Eigenständigkeit der Schule (Hilfe zur Selbsthilfe)... Sinnvoll wäre natürlich auch eine Regenwasser-Sammlung, weil die Wasserversorgung der Bäumchen bei der katastrophalen Wassersituation einfacher wäre, wenn eine Zisterne zur Verfügung stünde.

Dem Panchayat (Bürgermeisterei) soll seitens der Society ein Müllvehikel zur Verfügung gestellt, d. h. zum größten Teil gespendet werden (ein Müllvehikel kostet 11000 Rupees; die Society möchte 10000 Rupees spenden). Vor der Schule soll ein Müllbehälter aufgestellt werden, der zweimal pro Woche vom Panchayat geleert werden muß. Immerhin sammeln die Schülerinnen und Schüler schon seit längerer Zeit wöchentlich den um die Schule herumliegenden Müll auf, der anschließend verbrannt wird.

Die Müllsituation in Indien ist allgemein als katastrophal zu bezeichnen; nur an wenigen Stellen wird Müll regelmäßig gesammelt und recycelt. Häufig wird er mangels besserer Möglichkeiten verbrannt, was besonders beim Plastikmüll problematisch ist. Auf diesem Gebiet gibt es für die Inder noch viel zu lernen. Das Panchayat in Puttaparthy (der Stadt, in der der Ashram des spirituellen Lehrers Sai Baba sich befindet und in der ich bis vor kurzem gewohnt habe – sie ist 40 km von Mudigubba entfernt) ist zum Beispiel nicht dazu in der Lage, den Ort durchgängig sauber zu halten - es gibt überall Plätze, die aussehen wie eine Müllkippe. Der Durchschnitts-Inder wirft den Müll einfach auf die Straße – besser ausgedrückt: er läßt ihn zumeist an Ort und Stelle fallen. Papierkörbe sind eine Rarität; selbst in den Zügen gibt es keine Abfallbehälter. In Puttaparthy wird der Müll als Service für die Allgemeinheit und Ergänzung für die Arbeit des Panchayats mit einem Müllvehikel der Sai Maa Society gesammelt. Dieses einfache Gefährt (erstmalig von der Helping Eagle Foundation im Jahre 1999 betrieben) ist eine Fahrrad-Rickshaw mit einem darauf montierten Abfall-Behälter; es dient als Muster für das Müllvehikel, das unsere Society dem Panchayat in Mudigubba spenden will – in der berechtigten Hoffnung, damit einen aktiven Beitrag zur Sauberhaltung der Stadt zu leisten.

Müllvehikel der Sai Maa Society in Puttaparthy

„Passend“ zu dieser Müllsituation gibt es eine Aussage des großen spirituellen Lehrers Sai Baba, daß im Jahr 2011 gewaltige Fluten kommen und einen großen Teil der Menschheit vernichten werden... Es gibt ähnliche Voraussagen der Hopi-Indianer, der Mayas und vielen Medien, die vergleichbare Szenarios beschreiben. Manche sagen, daß die Erde – ein lebendiger Organismus - sich schütteln wird, um die Menschheit, die für sie  ein „Krebs“ geworden ist, loszuwerden. Kreativität wird „notwendiger“ sein denn je, um die kommenden Zeiten überleben zu können.

Elementares Wissen um die Erde wird in Zukunft noch wichtiger als bisher werden. Allerdings zeigen die Zeichen der Zeit leider bisher an den Schulen Indiens in eine ganz andere Richtung. Folgen der verkopften Erziehung sind u. a., daß nahezu alle Schülerinnen und Schüler entweder Doktor oder Ingenieur werden wollen; keiner will Farmer, Gärtner o. ä. werden. Daher muß beispielsweise Kerala („God’s own country“, das eigentlich ideale natürliche Voraussetzungen für Landwirtschaft hat) mittlerweile sein Gemüse einführen. Wenn dieses Beispiel „Schule macht“, könnte es bald eine Lebensmittel-Versorgungskrise geben. Eine kreative und sinnvolle Alternative in der Erziehung sind „Nature Schools“, die den Kindern beibringen, Liebe und Wertschätzung für die Natur zu entwickeln. Eine „Erziehung für Kopf, Herz und Hand“, wie wir sie praktizieren, ist wichtiger denn je – denn nur durch ganzheitlich erzogene kreative „mitwelt“bewußte Menschen lassen sich die voraussichtlich großen Herausforderungen der kommenden Jahre bewältigen.

So ist beispielsweise für den indischen Bundesstaat Andhra Pradesh, den viertgrößten Staat Indiens, die „Verwüstung“ der Landschaft, besonders im Anantapur District, in dem wir uns befinden, eine große Herausforderung – die allerdings längst noch nicht von allen registriert wird. Unser neuer Lehrer Raja Shekar hat mit viel Liebe, Kreativität und Eigeninitiative ein anschauliches Modell für die 5. und 6. Klasse gebaut, das die – mehr oder weniger - allmähliche Wüstenentwicklung drastisch aufzeigt.

Diese Veränderung erfolgte in den letzten 50 bis 60 Jahren, mit Folgen wie Erosion, Artensterben, absinkendem Grundwasserspiegel etc. Hier liegt eine Ursache für die schlechte Wasserversorgung der Stadt Mudigubba (die Wasserversorgung findet hierzulande über das Grundwasser statt).

Raja Shekar mit den Schülerinnen der 5. und 6. Klasse

Es gibt keine Chance – also nutzen wir sie!

In diesem Sinne herzliche Grüße aus Südindien!

Helga Shanti Fründt

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