Shanti Ananda

The Nature Concept School

Shanti Ananda newsletter 1/2009

„Willkommen an unserer Naturschule!“ scheinen die Kinder zu sagen. Sie haben neben dem Schulgebäude eine Hütte gebaut, die vielen Kriterien unserer avisierten Naturschule entspricht: aus Naturmaterialien unter Berücksichtigung der lokalen Gegebenheiten und in Kooperation der Beteiligten,Verwendung von Abfall- bzw. Recyclingmaterial für eine schonende Behandlung der Mutter Erde. „Unsere“ Kinder haben einfach alles verwendet, was greifbar war. Und sind total glücklich mit dem Ergebnis, was eigentlich die Hauptsache ist...

In unserer ersten Projektwoche in der Geschichte der Schule (2. – 7. Februar) ging es vor allem um das Thema „Naturschule“. Die erste der beiden Projektgruppen hatte sich zum Ziel gesetzt, die Wände der Klassenräume zu bemalen; die zweite Projektgruppe baute ein Modell der gewünschten Naturschule. Für alle Beteiligten war die Projektwoche ein absolutes Novum. So gingen die Lehrerinnen und Lehrer zunächst etwas zögerlich und unsicher ans Werk. Die älteren Schülerinnen und Schüler schauten zu und halfen, z. B. beim Reinigen von Pinseln, bevor auch sie malen durften.

A. Saraswathi und Jayalakshmi wagen die ersten Pinselstriche.

Schon nach kurzer Zeit überzeugten die Ergebnisse der Arbeit, so daß das Selbstbewußtsein aller Beteiligten wuchs. Die Malgruppe hatte bereits nach wenigen Stunden die erste Wand fertig bemalt. Das oben sichtbare Design gab den Impuls, sämtliche Tafeln mit einem solchen zu umranden; es zieht sich als „Eyecatcher“ durch das gesamte Schulgebäude.

Blumen prägen die erste bemalte Wand in der Schule

Außerdem wurden Skulpturen aus Ton (direkt neben der Schule vorhanden) modelliert, Sprossen gezogen, Modell-Bauten aus Recycling-Materialien und „reale“ Gebäude aus Ziegelsteinen hergestellt. Diese zusätzlichen Aktivitäten waren vor allem für die jüngeren Schülerinnen und Schüler vorgesehen, die zunächst nur ansatzweise an den Aktivitäten der beiden Projektgruppen teilnehmen konnten.

Kinder beim Samenausschälen und Sortieren

Phantasievolle Kunstwerke und Gegenstände entstanden in Gruppenarbeit in ungewohnter Zusammensetzung; bestehende Grenzen zwischen Älteren und Jüngeren, LehrerInnen und SchülerInnen wurden ein Stüdk weit aufgeweicht.

Modelle aus Zigarettenpackungen und Wasserflaschen entstehen...

Eine Tonskulpturen-Ausstellung der kleineren Kinder zeigt Gegenstände wie Ochsenkarren, Spardosen, Shiva-Lingams, Menschen auf Stühlen, Mörser, ein Zimmer ohne Dach (damit man die Sterne sehen kann) und einen Elefanten aus Ton bzw. Lehm. Da so viele Spardosen angefertigt wurden, fragte ich die Kinder, was sie mit dem Geld machen würden, wenn sie reich wären. Die Antworten berührten mich sehr; von zehn gefragten Kindern wollten neun ihr Geld für soziale Zwecke geben (den Blinden helfen, ein Krankenhaus bauen, den Armen helfen). Nur ein einziges Kind gab zur Antwort, sich ein Motorrad kaufen zu wollen...

Tonskulpturen-Ausstellung der jüngeren Kinder

Während die Lehrerinnen und Lehrer am Montag noch eher befangen an ihre Projekte herangingen, waren am Abschluß der Woche alle hochzufrieden. Niemand hatte damit gerechnet, welche schönen Ergebnisse wir bewundern konnten. Das Selbstbewußtseins des Kollegiums wuchs; man/frau konnte sich mehr zutrauen als bisher angenommen. Dieselbe Entwicklung war auch bei den Kindern zu beobachten. Während am Beginn nur die älteren Schülerinnen und Schüler aktiv in die beiden Projektgruppen mitarbeiteten, waren am Ende der Woche viele Kinder auch aus den unteren Klassen beteiligt - besonders gut zu beobachten bei der Malgruppe. Die ersten Malereien stammten nur von Lehrerinnen und Lehrern, am Ende der Woche waren einige Kindermalereien hinzugekommen. So wuchs die Schule im Laufe der Woche Schritt für Schritt in diese neue Unterrichtsform des Projekts hinein. Wie gesagt: die Projektwoche war ein absolutes Novum; niemand hatte bis dato gewußt, was ein Projekt ist und wozu es gut sein soll...

Wunderschöne Blumencollagen entstanden

Da wir – durch die erst kürzlich abgeschlossenen Baumaßnahmen zur Erweiterung der Klassenräume bedingt – einen Haufen Ziegelsteine übrig haben, konnten die Kinder auch damit bauen. Hier sieht man ein schönes – typisch indisches – Ergebnis: hierzulande werden vor dem Bezug eines Hauses mit Kreide (spirituelle) Symbole aufgezeichnet, damit wird es eingeweiht und energetisch „aufgebaut“.

Ziegelgebäude mit Kreide-Symbolen

Allerdings gibt es bei den Eltern der Schülerinnen und Schüler wohl noch einen gewissen Aufklärungsbedarf; denn am Ende der Woche kamen weniger Kinder in die Schule. Ein Grund kann darin liegen, daß die Eltern der Auffassung waren, ihre Kinder würden während der Projektwoche nicht soviel „lernen“ wie während des normalen Unterrichts. Da aber die Lehrerinnen und Lehrer jetzt „infiziert“ sind vom Projektwochen-„Fieber“, wird es ihnen leichtfallen, die Eltern über die Vorzüge und Gewinne einer Projektwoche aufzuklären. Möglicherweise werden wir aber auch  eine Elternversammlung speziell zu diesem Thema einberufen...

Modell der Naturschule mit unvollendetem Garten und Spielplatz

Im Lehrer-Workshop zur Vorbereitung der Projektwoche hatte das Kollegium  u. a. Rollenspiele mit potentiellen Sponsoren geführt und Bilder mit der linken Hand gemalt (Malen mit der linken Hand fördert den Zugang zur Kreativität, da diese mit der rechten Hirnhälfte – zuständig für Intuition und genzheitliche Vorgänge – verbunden ist). Diese „Zumutung“ brachte bereits eine Menge an unerwarteter Kreativität hervor. Die meisten LehrerInnen waren vorher der Meinung gewesen, nicht malen zu können; die Ergebnisse überzeugten sie nun vom Gegenteil.

Die Ergebnisse der Malerei zeigen ausgeprägte Naturverbundenheit

Wozu ist eine Projektwoche nun gut? In erster Linie können die Kinder konkrete „ganzheitliche“ Arbeitsabläufe beobachten und nachvollziehen. Natürlich haben sie dazu auch i. R. unseres nachmittäglichen Kreativitäts-Unterrichts die Gelegenheit, aber in der Projektwoche sind die Möglichkeiten umfangreicher und sehr vertieft. Die Kinder haben die Gelegenheit, vollkommen neue Erfahrungen zu sammeln. Indem die Klassengrenzen aufgehoben sind, können auch vermehrt soziale Kontakte mit anderen Kindern stattfinden. Schülerinnen und Schüler wie auch Lehrerinnen und Lehrer kommen aus ihren gewohnten Abläufen heraus und sind dadurch offener und eher bereit, Neues und Ungewohntes in ihre Welt hineinzulassen. Durch die einwöchige Konzentration auf wenige Themen und Aktivitäten „sitzt“ das Gelernte viel tiefer. Alle Beteiligten waren der Meinung, daß niemand von ihnen diese Projektwoche jemals vergessen würde. Und wer kann das schon von einer „normalen“ Schulstunde behaupten??

Abschlußrunde mit den Ergebnissen der Modell-Projektgruppe

Jedenfalls – so empfinden wir die momentane Situation – befinden wir uns in der „Einflugschneise“ für unsere Naturschule. Wir wissen zwar noch nicht, wer uns das Geld für den Landkauf spenden wird, aber handeln getreu dem Motto: „Wir können das gewünschte Ergebnis durch unsere Konzentration und Hingabe erreichen. Wir verhalten uns einfach so, als ob es bereits vorhanden wäre.“

In diesem Sinne herzliche Grüße aus Südindien!

Helga Shanti Fründt

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