Shanti Ananda

The Nature Concept School

Shanti Ananda newsletter 5/2009

 In den vergangenen Wochen sind wir weitere entscheidende Schritte in Richtung „Naturschule“ gegangen. Unter „Natur-Schule“ (manche bevorzugen auch den Begriff „Naturkonzept-Schule“) verstehen wir nicht nur eine Schule, deren Gebäude nach ökologischen Kriterien errichtet wurden und die über ein entsprechendes Schulgelände (Garten, landwirtschaftliche Flächen, Permakultur etc.) verfügt. Eine Naturschule sollte auch den Unterricht selber möglichst naturnah und praktisch gestalten. Dieser praxisnahe Schulalltag soll im Laufe der nächsten Jahre noch mehr in den Vordergrund treten.

Lehrerin M. Saraswathi mit Landschaftsbild, das in der Lehrer-Weiterbildung als Ergebnis einer Phantasiereise entstand – unser zukünftiges Schulgelände?

Die diesjährige Lehrer-Weiterbildung (sie fand vom 18. – 23.9. in der Schule statt) stand großenteils unter dem Thema „Naturschule“. Haupt-Programmpunkte waren – neben der Erstellung eines Katalogs für unsere Materialsammlung - die Vorbereitung der Projektwoche und die differenzierte Planung unserer Naturschule. In Gruppenarbeit wurden detaillierte Papiere (Gebäude, Garten, Landwirtschaft und Spielgelände) erstellt, die – das wird dann der nächste Schritt sein – dem Architekten als Grundlage dienen müssen. Aber soweit sind wir momentan noch nicht – noch sind wir dabei, nach einem passenden Gelände Ausschau zu halten. Es sollte mindestens 4 Acre (1 Acre = 4046,86 qm) groß sein, Grundwasser sollte in einer erreichbaren Tiefe vorhanden sein; die Bodenqualität sollte gärtnerische und landwirtschaftliche Aktivitäten begünstigen. Das Gelände sollte ortsnah gelegen sein, die Geräuschkulisse sollte möglichst natürlich sein (eine kostbare Rarität im lauten Indien); und natürlich muss der Preis sich im Rahmen halten – eine Menge Kriterien, die die Findung nicht einfacher machen...

Lehrerin Zahrunnisha erklärt die Ergebnisse der „Nature School Group“ beim Planungspapier „Administration“ (vorne links Lehrerin Anasuya)

Jeder Tag unserer Projektwoche vom 12. – 16. Oktober stand unter einem speziellen Motto. Am ersten Tag fanden Exkursionen statt, um Inspirationen für die geplante Naturschule zu sammeln und Naturerfahrungen zu machen (Es war die erste Exkursion für unsere SchülerInnen!). Die älteren Schülerinnen fuhren zusammen mit vier LehrerInnen zu zwei ca. 60 km entfernten Naturschulen des Timbaktu Kollektivs (www.timbaktu.org). In der ersten erkundeten sie gruppenweise das Gelände und berichteten anschließend über ihre Eindrücke; in der zweiten Naturschule, die auch über ein „Children’s Center“ (Kinder aus Schule und Dorf können sich Bücher ausleihen sowie Kursangebote in Computern, Nähen, Basteln etc. wahrnehmen) verfügt, führten SchülerInnen der Nature School und unserer Schule ein Kulturprogramm mit Liedern und anderen Highlights vor. Die Mittagspause verbrachten die AusflüglerInnen in einem sehr reizvollen Tempelgelände.

Die „Diamond Hall“ ist eine architektonisch äußerst interessante und

faszinierende Vielzweckhalle in einfacher Ökobauweise

Die jüngeren Kinder, die in Mudigubba geblieben waren, gingen unterdessen mit fünf Lehrerinnen und einigen Eltern zu einem nahegelegenen Tempel und hatten dabei ebenfalls reichlich Gelegenheit für einige spannende Naturerlebnisse.

Am zweiten Projekttag legten LehrerInnen, Helfer und Kinder nahe der Schule eine Kompostgrube an; mit Abfallmaterialien (Papier, trockene Pflanzenreste, Stöckchen etc.), die von den Kindern gesammelt worden waren, wurde sie „eingeweiht“. Erdwürmer wurden „umgesiedelt“ und ein „Gieß- und Nutzungsplan“ erstellt.  Die organischen Abfälle, die jeden Tag bei der morgendlichen Reinigung des umliegenden Geländes gesammelt werden, werden der Kompostgrube zugeführt. (Der Bau einer Kompostgrube ist Bestandteil des Schulfachs „Environmental Science“). Außerdem wurde Saatgut in Kästen eingesetzt; die Pflanzen sollen später in die Erde umgepflanzt werden (Wir dürfen eigentlich das umliegende (Eisenbahn-)Gelände nicht nutzen; aber das Kollegium ist der Meinung, unter dem Schutz eines provisorischen Dornen-Zauns könne man Anpflanzungen wagen. Schließlich soll der mühsam gewonnene Kompost nicht verschwendet werden...)

„Inbetriebnahme“ der Kompostgrube – nach sechs – acht Wochen

soll  der Kompost fertig sein

Am dritten Tag standen „Häuser“ im Mittelpunkt; viele verschiedene Haustypen – zumeist aus Naturmaterialien – wurden gebaut; hier konnten die Kinder ihre Phantasie voll ausleben...

Eine Jungengruppe präsentiert ein Ergebnis zum Thema „Häuser“

Am vierten Tag drehten sich alle Aktivitäten um „die Sonne“; selbstgedichtete Reime sowie ein kleines Theaterstück und ein Rollenspiel zum Planetensystem wurden vorgeführt.

Tiere und Menschen sind von Licht und Wärme der Sonne

(im Hintergrund sichtbar) abhängig…

Am 5. und letzten Tag fand die Präsentation der Projektergebnisse statt; Eltern und Pressevertreter waren eingeladen und schauten sich Ausstellung und Vorführungen an. Die älteren Schüler und Schülerinnen erklärten Besuchern und Besucherinnen die Exponate und überzeugten durch differenziertes Detailwissen.

Zwei Schülerinnen erklären einem Pressereporter die Anpflanzungen

Bei der Auswertung der Projektwoche gab es unterschiedliche Resonanzen. Insgesamt waren alle zufrieden; allerdings hätten einige LehrerInnen sich mehr Zeit für die einzelnen Schritte gewünscht – das Tempo in der Woche war schnell gewesen… Das Kollegium  ist sich darin einig, dass es möglichst bald wieder eine Projektwoche durchführen will – es sieht, dass die Kinder in einer relativ kurzen Zeit sehr viel lernen... Auch „unsere“ Eltern haben die Unterrichtsform der Projektwoche nun voll angenommen und sind stolz auf unsere innovative Schule.

Pressebericht über die Projektwoche

Beim monatlichen eintägigen Lehrertraining am 12.9. diskutierten wir, inwieweit wir den staatlichen Lehrplan (Syllabus) einhalten müssen. Unser Lehrertrainer Mohan Babu, der sich als Mitglied der Schulbuch-Kommission des Bundesstaates Andhra Pradesh bestens auskennt, erklärte uns, dass 25 – 30% reichen; außerdem läge es an uns, ob und welche Prüfungen (Examinations) wir praktizieren. Wir sollten, um den Kindern beim Schulwechsel Schwierigkeiten zu ersparen, zwar nicht zu sehr vom Syllabus abweichen – in der Praxis haben wir aber viel Freiheit und Raum für neue Wege und Methoden. Wir wollen in den nächsten Jahren jede Lektion in jedem Fach daraufhin überprüfen, ob und inwieweit sie nützlich ist. Praxis und Theorie sollen möglichst weitgehend miteinander verschränkt werden. Eine Notwendigkeit, um den Weg zu mehr Praxis zu ebnen, sind entsprechende Materialien, mit denen die Kinder Erfahrungen sammeln können - mittelfristig benötigen wir mehr derartige „Teaching/Learning Materials“. Als exemplarisch kann man in dieser Hinsicht die Montessori-Pädagogik bezeichnen; dort lernen die Kinder fast ausschließlich mit Hilfe von speziellen Materialien.

Am 29.10.2009 haben wir offiziell die staatliche Anerkennung (Recognition) erhalten!

Headmaster Chandra Mohan zeigt Schulberater Manjunath Reddy die

Recognition-Urkunde

Berufe der Väter unserer Schulkinder: 64% Kulis, d. h. Saisonarbeiter;

26% Bauern; 10% sind Fahrer, kleine Geschäftsleute, Wäscher u. a.

Last not least möchte ich noch auf zwei sehenswerte Links hinweisen:

www.myspace.com/premaeol (die Internetpräsenz des Musikers Klaus Chmiel, der am 21.8. bereits das zweite Mal einen schönen BhajanWorkshop in der Schule geleitet hat) und

www.forestle.org (eine neue Suchmaschine, mit der man Regenwald retten kann)!

Lehrerin Jayalakshmi mit der 3. Klasse beim Zubereiten eines Salats

Viele herzliche Grüße aus Südindien von

Helga Shanti Fründt

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