Shanti Ananda

The Nature Concept School

Shanti Ananda newsletter 7/2010

 Der Wunsch aller unserer acht Lehrer/innen ist es, einen möglichst naturnahen, kreativen und lebendigen Unterricht zu geben - auch jetzt in unserer „alten“ Schule. In diesem Newsletter möchte ich einige aktuelle Einblicke in das Alltagsleben der Shanti Ananda Schule geben. Am „Nature Day“ im September haben Schüler/innen der 5. und 6. Klasse und Lehrer/innen Visionen für den Alltag in der neuen – noch zu erbauenden - Schule entwickelt. In vier Gruppen (jeweils 2 Lehrer/innen sowie vier bis fünf Schüler/innen) arbeiteten sie mit selbstgewählten Methoden. Es war faszinierend, wieviel Kreativität und Begeisterung bei der Präsentation - nach nur einer Stunde Vorbereitungszeit - zum Ausdruck gebracht wurde.

Die erste Gruppe führte kleine pantomimische Szenen vor und bezog auch das Publikum in ihre Aktivitäten mit ein.

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Schwimmen, Seilspringen und andere sportliche Aktivitäten

Die zweite Gruppe hatte Bilder vom Alltagsleben an der Naturschule gemalt und die dritte Gruppe eine Geschichte geschrieben. In dieser wurde als wesentlicher Bestandteil des Alltags in der neuen Naturschule erwähnt, Tiere zu pflegen und kranke Tiere zum Krankenhaus zu bringen. Im Moment befindet sich ein kleiner kranker Hund unter den verwilderten Hunden, die sich tagsüber auf dem von der Schule genutzten Eisenbahngelände aufhalten. In Indien kümmert sich meist niemand um solche Tiere; sie werden normalerweise ihrem Schicksal überlassen…

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Freiluft-Unterricht im Kindergarten

Die Versammlung aus Kindern und Lehrer/innen beschloß, den kleinen kranken Hund zum staatlichen Tierkrankenhaus zu bringen, damit er dort behandelt werden kann. Die Behandlung kostet nur eine Rupee, Medikamente sind umsonst. Die Schülerin Monika aus der vierten Klasse, die mit ihrem eigenen Hündchen diese Klinik bereits besucht hat, erklärte sich bereit, ihn zusammen mit drei weiteren Schülern dorthin zu bringen. Damit ist ein Riesenschritt gegangen worden in Richtung aktives Mitgefühl und praktische Anwendung von menschlichen Werten. Übrigens ist auf dem Gelände gegenüber vom neuen Schulgelände – auf der anderen Straßenseite - der Bau eines Altenheims geplant – was den Schüler/innen später gute Gelegenheiten bieten könnte, soziale Dienste zu leisten. Auch für die älteren Menschen könnte es eine Gelegenheit sein, mit Kindern in Kontakt zu kommen und mit ihnen Zeit zu teilen…

Die vierte Gruppe trug ihre Vision in Form eines Liedes mit Bewegungen vor und kreierte somit einen neuen Schul-Song…

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Das Lied über die Vision der Naturschule wird vorgetragen

Die ältere Tochter von Lehrerin Munemma litt an Dengue Fieber; der Erreger wird durch Mücken übertragen. Ursache sind unhygienische Verhältnisse in der Umgebung. Das Kind mußte ins Krankenhaus und brauchte Bluttransfusionen; Lehrer Raja Sekhar spendete Blut für sie – ein hervorragendes und beispielhaftes Verhalten. Es gibt zwar in Indien Blutbanken, aber dieses Blut wird für die dringenden Notfälle reserviert. Die Angehörigen der weniger dringlichen Fälle müssen sich selbst um die Blutkonserven kümmern…

Lehrerin Jayalakshmi hat mit den Schüler/innen einen kleinen Garten an der Schulgebäudemauer angelegt. Dort werden Pflanzen vorgezogen, die – sobald auf dem neuen Gelände eine Wasserverbindung vorhanden ist – dorthin „wandern“ sollen. Der Kompost aus den von den Schüler/innen angelegten und gepflegten Kompostgruben wurde dort verwendet. Die Kinder der 6. Klasse haben die Verantwortung für den Garten, die sie mit Begeisterung wahrnehmen.

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Selbstgezogenes Gemüse begeistert die Kinder

Der Indianerhäuptling Seattle hielt im Jahr 1855 eine Rede an den Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika Franklin Pierce; Anlaß war, daß dieser das Land der Indianer kaufen wollte. Alleine man dieser Rede könnte man den Aufbau einer Naturschule begründen; wir wollen uns auf der einwöchigen Lehrer-Weiterbildung im Oktober näher mit ihr befassen.

„Wie kann man den Himmel kaufen oder verkaufen – oder die Wärme der Erde? Diese Vorstellung ist uns fremd. Wenn wir die Frische der Luft und das Glitzern des Wassers nicht besitzen – wie könnt ihr sie von uns kaufen?... Jeder Teil dieser Erde ist meinem Volk heilig…Wir sind ein Teil der Erde, und sie ist ein Teil von uns. Die duftenden Blumen sind unsere Schwestern, die Rehe, das Pferd, der große Adler – sind unsere Brüder. Die felsigen Höhen, die saftigen Wiesen, die Körperwärme des Ponys – und des Menschen – sie alle gehören zur gleichen Familie…Wir wissen, daß der weiße Mann unsere Art nicht versteht. Ein Teil des Landes ist ihm gleich jedem anderen, denn er ist ein Fremder, der kommt in der Nacht und nimmt von der Erde, was immer er braucht. Die Erde ist sein Bruder nicht, sondern sein Feind, und wenn er sie erobert hat, schreitet er weiter… Er stiehlt die Erde von seinen Kindern – und kümmert sich nicht… Er behandelt seine Mutter, die Erde, und seinen Bruder, den Himmel, wie Dinge zum Kaufen und Plündern... Sein Hunger wird die Erde verschlingen und nichts zurücklassen als eine Wüste… Die Erde ist unsere Mutter. Was die Erde befällt, befällt auch die Söhne der Erde… die Erde gehört nicht den Menschen, der Mensch gehört zur Erde – das wissen wir.“ (aus: Wir sind ein Teil der Erde; Die Rede des Häuptlings Seattle an den Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika im Jahre 1855, ISBN 3-530-81051-7)

Unser Kindergarten-Alltag wird immer vielfältiger und interessanter; und die Kleinen verbringen einen großen Teil ihrer Zeit draußen, was sehr sinnvoll ist. Leider läßt das Wetter den Freiluft-Unterricht nicht immer zu; und der Aufenthalt in unseren äußerst beengten Klassenräumen ist nur bedingt förderlich. Unser Materialbestand reicht bei weitem nicht aus, um einen rundum befriedigenden Alltag für die Kleinsten gewährleisten zu können – daher sind wir dankbar für diesbezügliche Spenden; denn wir brauchen dringend pädagogisch wertvolle Materialien.

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Kindergartenkinder „schreiben“ mit Steinen

Einmal wöchentlich praktizieren die Kleinen Yoga – angeregt durch den Workshop der beiden deutschen Lehrerinnen Andrea und Angelika im April. Die Kinder freuen sich sehr über diese wertvolle Bereicherung des Schulalltags; auch die Kindergarten-Lehrerinnen Anasuya und Munemma entdecken für sich die Vorteile des Yoga…

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Lehrerin Anasuya unterrichtet Yoga

Jeden Morgen sammeln die Schulkinder vor Unterrichtsbeginn den Müll auf dem Gelände um die Schule herum auf und werfen die „biologischen“ Materialien in die Kompostgrube und die anderen in den Mülleimer.

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Meditation mit Konzentration auf das 3. Auge des Partners

Nach dem ersten Klingeln folgen Gebet und Eid auf die indische Verfassung; alle Schüler/innen versammeln sich vor der Schule – in ganz Indien an jeder Schule üblich. Dann folgt die Meditation – für die älteren Kinder im Tempelraum und für die kleineren Kinder in ihren Klassenräumen. Die Kleinen haben kürzere Meditationszeiten, die mit Bewegungs-Übungen abwechseln. Natürlich gehört auch Musik zum Schul-Alltag. In den letzten Jahren hat Klaus Premananda mehrere Bhajan-Workshops durchgeführt und mit einer Übungs-CD, dem „Bhajan-Tutor“, eine genaue Anleitung für das Singen von Bhajans gegeben. Horst Wagner, Projektmanager für das neue Schulgelände, gibt zusätzlich Musikunterricht und bringt den Lehrer/innen das Spielen von Instrumenten bei; Botida, Florian Meyer (siehe Newsletter 5/2010), hat durch eine Spende den Kauf diverser Musikinstrumente ermöglicht.

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Schulleiterin Sabitha beim Flötespielen

Last not least folgt ein Link der Tagesschau, der zeigt, wie schwierig die Situation in Indien im schulischen Bereich noch immer ist. http://www.tagesschau.de/ausland/alphabetisierung100.html

Mit herzlichen Grüßen aus Südindien

Helga Shanti Fründt

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