Shanti Ananda

The Nature Concept School

Shanti Ananda Newsletter 8/2011

 

Sonder-Newsletter November 2011

anläßlich

des fünfjährigen Bestehens

der

 

Shanti Ananda Education Society

 

 

 

 

Schulkinder im Oktober 2006 in der damaligen Nagananda-Schule

 

 

 

 

Inhalt

Seite

  • Einführung

3

  • Von der Nagananda-Schule zur Shanti Ananda Schule

4

  • Die Shanti Ananda Education Society

6

  • Schulprogramm/Mission/Vision

8

  • Lehrer-Weiterbildung

9

  • Kreativität im Mittelpunkt

11

  • Kindergarten als Herausforderung

14

  • Qualitäts-Standards im Unterricht

17

  • Projektwochen

19

  • Sprache und Kultur

21

  • Strukturen im Alltag

23

  • Gesundheit

24

  • Elternarbeit

25

  • Naturschule im Aufbau

26

  • Schule in Andhra Pradesh

31

  • Danksagung

32

  • Ausblick

34

 

Schüler bei der Gartenarbeit auf dem neuen Gelände im Oktober 2011

Einführung

 

Am 18. November 2006 wurde die Shanti Ananda Education Society - unser Schul-Verein -  im Tempelraum der Nagananda-Schule in Mudigubba, einer Kleinstadt im Anantapur District im Bundesstaat Andhra Pradesh, Südindien, gegründet. Der 6. Geburtstag bietet Anlaß, auf die Entwicklung dieser fünf Jahre zurückzublicken – vieles hat sich in dieser Zeit - bei uns und in der indischen Gesellschaft - geändert… Es war eine spannende und ereignisreiche Phase, deren zeitweilige Anspannung mit der erstaunlichen Entwicklung der Schule mehr als ausgeglichen wird…

Als ich im Juni 2006  – das erste Mal nach vier Jahren – nach Indien kam, um mich von Schulträger und – gründer Swamy Nagananda zu verabschieden, wußte ich noch nicht, was auf mich zukommen würde. Er lag seit Mai im Wachkoma; und mir war klar, dass er es nicht überleben würde. Bei früheren längeren Aufenthalten in seinem Ashram hatte ich mich intensiv mit Pädagogik und Lehrer-Weiterbildung befaßt – als Lehrerin hatte ich den Wunsch, das sehr niedrige Niveau an den hiesigen Schulen anzuheben und vor allem der Kreativität mehr Raum zu geben. Eine innere Stimme sagte mir eindringlich, es sei jetzt meine Aufgabe, mich um die Schule zu kümmern.

Nach anfänglichem Zögern gab ich meine Existenz in Deutschland auf und lebe seit Oktober 2006 in Indien. Meine finanziellen Mittel waren äußerst knapp; doch ich sagte mir, dass Gott – wenn er mich vor solch eine Aufgabe stellte – mir auch die Hilfe geben würde, die ich brauchte… Dank der Unterstützung vieler hilfsbereiter Menschen – die sich mit praktischer Arbeit und Präsenz, mit Spenden und/oder mit „moralischer Unterstützung“ einbrachten, und vor allem meines Bruders Herbert, der sich von Anfang an in jeder Hinsicht engagierte, wurde dieses Projekt möglich.

In den folgenden Kapiteln habe ich die Entwicklung der letzten fünf Jahre dargestellt – so kurz wie möglich und so detailliert wie nötig. Auch Menschen, die bisher wenig oder nichts über unser Projekt wissen, soll es möglich sein, aufgrund der folgenden Zeilen einen Eindruck zu bekommen vom Werdegang der Shanti Ananda Schule - daher geben Sie diesen Sonder-Newsletter gerne weiter an Bekannte, Kolleg/innen, Freund/innen…

Helga Shanti Fründt

 

Von der Nagananda-Schule zur Shanti Ananda Schule

Die Grundschule – von Anfang an exklusiv für arme Kinder - war im Jahr 2001 von Swamy Nagananda gegründet worden, der mit ihr ein soziales Projekt für die Ärmsten der Armen realisierte. Ihr Herzstück war ein Krsna-Tempel in Bahnhofs-Nähe mitten im Eisenbahngelände; Swamy Nagananda hatte von Spendengeldern eine  überdachte Veranda anlegen lassen, die als Klassenraum diente. Es handelte sich um eine sehr einfache Schule, wie es in Indien viele gab und gibt - nicht einmal ein Schulstempel existierte; Unterrichts-Materialien mußten die Lehrer/innen selber basteln. Nur Räume, Kinder und Lehrer/innen waren vorhanden…

 

Lehrer-Workshop Oktober 2001 in der Nagananda-Schule

 

Als Swamy Nagananda im Juli 2006 starb, wußte niemand, wie es weitergehen sollte; er hatte die Schule (aus Spendengeldern) finanziert; und es gab keinen Nachfolger. In diese scheinbar ausweglose Situation fiel meine Entscheidung, die Schule zu „adoptieren“… Horst Wagner, Gründer der Helping Eagle Foundation, des Helping Eagle Service und der Helping Eagle Sports Association, zahlte auf meinen Wunsch im Juli 2006 die von mir in Deutschland gesammelten Gehälter an die Lehrer/innen aus. Er berichtet: „Als wir ankamen, waren nur etwa 50 Kinder anwesend, die meisten Eltern hatten die Kinder nach Swamis Tod nicht mehr zur Schule geschickt, weil sie nicht sicher waren, ob der Schulbetrieb weiter aufrecht erhalten wird… Der Wasserzugang zur Schule war seit zwei Monaten nicht aktiv, weil auf dem Weg zur Schule ein Wasserrohr geplatzt war. Da außerdem von dem Vorbesitzer des Gebäudes eine Stromrechnung über 8000 Rupees nicht bezahlt wurde, war auch der Strom abgesperrt. Der Wassertank, der vor einigen Jahren in der Schule gebaut wurde, ist nie in Betrieb genommen worden, dazu fehlte ein Motor, der etwa 3000 Rupees kosten würde. Die Lehrer haben den Schulbetrieb am 15.6.06 wieder aufgenommen, nachdem Helga ihre Unterstützung fuer die Schule dauerhaft zugesichert hatte.

Ich tat mein Bestes, gemeinsam mit dem – aus sieben Lehrer/innen bestehenden Kollegium - die Probleme zu lösen, was vor allem regelmäßige Geldeinnahmen voraussetzte. Eine Society (Verein) wurde gegründet, nach der die Schule den neuen Namen „Shanti Ananda School“ erhielt. Ich erhoffte mir Hilfe von Mitmenschen in Deutschland, die bereit waren, ihr Herz für die kleine Schule zu öffnen. Oberste Priorität hatte für mich ein transparenter und klar strukturierter Spendentransfer. Besonders wichtig war mir auch, deutsche Freund/innen und Unterstützer/innen regelmäßig über die Entwicklung der Schule auf dem Laufenden zu halten; aus diesem Impuls entwickelten sich die Newsletter – dieser aktuelle ist der 44ste seit 2006. Glücklicherweise kamen auf meine eindringlichen Bitten hin Spendengelder herein – genug für die Schule, um auf bescheidenen Niveau weiterzubestehen und gewisse Verbesserungen durchführen zu können.

Bis 2008  ging es vor allem um die Deckung elementarer Bedürfnisse wie Wasser- und Stromversorgung, Gebäudenutzung, Renovierung, Lehr- und Unterrichts-Material, Schul-Uniformen und Bücher. Die staatliche Anerkennung (Recognition) – neu eingeführt in der indischen Erziehungs-Landschaft - gehörte mit zu der „Grund-Ausstattung“. Die Lehrerschaft erhielt Englisch-Coaching, Weiterbildungen und übernahm zusätzliche Aufgaben wie Verantwortung für die winzige Bücherei, das -  damals einzige - Laptop und neue Lehr- und Unterrichts-Materialien.

Seit 2008 wurden – gemäß dem neuen Schulprogramm - Erziehung in menschlichen Werten, Meditation, Yoga, Handarbeit, Malen, Spiele und „Computern“ - neben dem normalen Unterricht - reguläre Inhalte, die mehr und mehr eine Erziehung mit Kopf, Herz und Hand zum Ausdruck brachten. Ein wichtiges Ziel war, mehr kindgerechte, spielerische, sinnes- und bewegungsorientierte Elemente in die Tagesstruktur des Kindergartens aufzunehmen. Im März 2009 wurde ein Büchlein mit über 40 Spielen veröffentlicht, erstellt von den Lehrer/innen - es sollte dazu anregen, spielerische Methoden zu benutzen. Seit 2008 fanden regelmäßig Weiterbildungen statt, die der Qualitätsverbesserung des Unterrichts dienten. Im Februar 2008 beschlossen die Lehrer/innen – inspiriert durch den Besuch zweier Naturschulen, dass sie auch eine lebenspraktische Naturschule gründen wollten. Seit 2009 führten wir regelmäßig Projektwochen durch, die großenteils der Vorbereitung einer Naturschule dienten. Im Februar 2010 konnten wir dank unserer beiden Hauptsponsoren Herbert Fründt und Prof. Dr. Jürgen Weyer ein 9 Acre großes Stück Land kaufen; seit Mai 2010 wird unsere Kreative Naturschule verwirklicht, was eine viele Änderungen im Schulleben mit sich bringt. Jetzt, Ende 2011, finden täglich nachmittags schulische Aktivitäten auf dem neuen Gelände statt. Der monatliche Nature Day – eine Weiterbildung für Lehrer/innen und Kinder der 5. bis 7. Klasse – sowie besondere Veranstaltungen werden dort durchgeführt. Alle Schüler/innen gehen sehr gerne auf das neue Land, weil es so viele kreative Möglichkeiten bietet; vor allem können sie die Entwicklung unserer Naturschule hautnah mitgestalten, - verfolgen und -bestimmen.

 

Das Bauleiterbüro, das erste Gebäude auf dem neuen Gelände, Oktober 2011

 

Die Shanti Ananda Education Society

Am 18.11.2006 wurde auf Wunsch des Kollegiums die Shanti Ananda Education Society gegründet, die als Schulträger fungieren würde; die neue Society stand für  einen Neuanfang und hatte vor allem das Ziel, die Pädagogik an der Schule nachhaltig zu verbessern. Unsere Erziehung soll zum Frieden (Shanti) und zur Glückseligkeit (Ananda) führen, indem eine ganzheitliche und kindgerechte Pädagogik praktiziert wird. Die Hauptziele der Shanti Ananda Education Society sind

  • Erziehung mit Kopf, Herz und Hand
  • Erziehung in menschlichen Werten
  • Freie Erziehung für die Ärmsten der Armen
  • Verbreitung von Informationen über den Wert dieser Erziehung.

 

Übergabe eines Müllvehikels an den Bürgermeister von Mudigubba

 

Freundlicherweise bot Monika Müller, Vorsitzende des Münchner Anahata-Vereins, der als Hilfsorganisation für soziale Projekte in Indien fungierte, an, die Spenden für die Schule anzunehmen und nach Indien zu transferieren; seit 2010 übernimmt die Anahata-Stiftung diese Aufgabe. Da die Shanti Ananda Education Society bisher keine Berechtigung hat, Gelder aus dem Ausland zu empfangen, brauchen wir einen indischen Transfer-Verein. Seit 2008 nimmt der PRDS (Prabath Rural Development Society) die Spendengelder entgegen und gibt sie an uns weiter – vorher waren es SRIRED (Society for Rayalassima Integrated Rural Education and Development) und Helping Eagle Foundation. Im August 2011 hat der PRDS für die Society die FCRA (Foreign Contribution Regulatory Account) beim Ministery of Home Affairs in Delhi beantragt; mit ihr kann die Society Gelder aus dem Ausland direkt beziehen - wir erwarten sie innerhalb der nächsten Monate. Es gibt keine Schulgebühren für unsere Schüler/innen; doch die Eltern müssen Mitglied der Shanti Ananda Society werden, was mit einem jährlichen Beitrag verbunden ist.

Unsere Society hat die Aufgabe, die Schule in ihren Aktivitäten zu unterstützen und deren Ziele in der Öffentlichkeit bekannt zu machen. Koordinator Chandra Mohan wurde am 18.11.2006 erster Präsident; am 25.10.2008 löste ihn M. Sabitha ab. Die Society spendete dem Sarpanch (Bürgermeister) am 8.12.2008 ein Müllvehikel – ein Beitrag unserer Naturschule im Werden zu einem sauberen Mudigubba.

Schulprogramm/Mission/Vision

Das Schulprogramm aus dem Jahr 2006 sieht eine kindgerechte Pädagogik vor;  ganzheitliches Lernen, Kreativität, Erziehung in menschlichen Werten und eine gute Unterrichts-Qualität sind zentrale Ziele. "Die Kinder sollen ganzheitlich mit Kopf, Herz und Hand lernen. Neben dem herkömmlichen Fächerkanon…sollen Kunst, Handarbeit und Werken sowie Bewegung und Sport unterrichtet werden. Spielerische Naturerlebnisse bereits im Kindergarten sind Basis für ein Verständnis der Natur und für ökologische Zusammenhänge. Gartenarbeit, Tierhaltung und Schulgelände-Gestaltung sind ebenso wichtig wie Erziehung in menschlichen Werten. Musik ist bedeutsam für den Selbstausdruck und fördert die Lernfähigkeit; spielerischer Englisch-Unterricht soll möglichst früh angeboten  werden. Auch Projekte sind vorgesehen... Kinder und Eltern sollen ihre Schule aktiv gestalten…."

 

Lehrerin Jayalakshmi und 3.Klasse beim Zubereiten eines Salats 2009

Mission: Wir können nur überleben in Frieden und Harmonie mit Mutter Erde, unseren Mitmenschen, Tieren und Pflanzen. Die Schüler/innen sollen liebende, unabhängige und kreative Persönlichkeiten werden, die fähig sind, ihren Lebensunterhalt auf eine verantwortliche und lebenserhaltende Weise zu verdienen, indem sie ihre Umwelt respektieren und menschliche Werte praktizieren.

Vision: Liebe und Wertschätzung sind die höchsten Ziele in der Pädagogik. Unsere Lehrer/innen sollen hingebungsvoll mit Kopf, Herz und Hand lehren. Neben Telugu, Hindi, Englisch, Mathematik, Sozialkunde and Wissenschaft sollen Kunst und Handarbeit, Yoga und Sport, Gartenarbeit und Aufzucht von Pflanzen, Sorge für Tiere und Gestaltung des Schulgeländes an unserer Kreativen Naturschule unterrichtet werden. Spielerische Methoden, Projekte und experimenteller Unterricht sollen nach und nach die traditionellen Methoden ersetzen.

Lehrer-Weiterbildung

Mir war klar, dass ein zentraler Schlüssel zur Entwicklung der Schulqualität die Weiterqualifizierung der Lehrer/innen war; denn die meisten hatten eine eher einfache Ausbildung und praktizierten die normale „Paukpädagogik“. So war mein Ziel, permanente Weiterbildung in den Schulalltag zu integrieren. Meine erste „Amtshandlung“ war die Durchführung eines Workshops zur praktischen Visions-Entwicklung: die Lehrer/innen bauten im Oktober 2006 gemeinsam ein Modell ihrer „idealen“ Schule aus Abfallmaterialien.

 

Vision der Lehrer/innen im Oktober 2006

 

Weitere Workshops folgten in monatlichem Abstand – die meisten über Kreativitäts-Techniken, Erziehung in menschlichen Werten und Kindergarten-Pädagogik. Im Laufe von fünf Jahren kamen auch einige Gäste in die Schule, um ihr Können und Wissen weiterzugeben. Klaus Premananda (Bhajans und spirituelle Lieder), Sheila Swift (Erziehung in menschlichen Werten), Horst Wagner (Musik und Selbstausdruck) sind einige von ihnen. Johanna (Sensitivity Training) und Krsna (Yoga) wurden 2008 bei der Lehrer-Weiterbildung tätig. Botida hielt 2010 zwei  Workshops ab, in denen es u. a. um die Wahrnehmung feinerer Energien ging; auch rutete er auf dem neuen Schulgelände aus, wo Wasser zu finden war... Andrea und Angelika aus Bayern leiteten 2010 und 2011 jeweils einen Yoga- und einen Mal- bzw. Bastel-Workshop. Linda leitete mehrere Weiterbildungen zur Verbesserung der Unterrichts-Qualität und wurde als Beraterin hinsichtlich Evaluation und Arbeitsverträgen tätig.

 

Musiker Klaus Premananda im Bhajan-Workshop 2007

 

2007 hatten die Lehrer/innen in den Sommerferien an individuellen Schulungen eigener Wahl teilgenommen. 2008 fand eine 10tägige Weiterbildung für alle – mit Kreativität und Erziehung in Menschlichen Werten im Mittelpunkt - statt. Seit 2009 führen wir jedes Jahr eine fünftägige Lehrer-Weiterbildung in den Dassera-Ferien (Oktober) in der Schule durch, meist unter einem bestimmten Motto. 2009 planten zwei Gruppen Gebäude und Landaufteilung für die gewünschte Naturschule; 2010 ging es um Aspekte von Kindergarten- und Naturschulpädagogik; 2011 lag der Fokus auf der Unterrichtsplanung: jede/r Lehrer/in führte Unterrichts-Einheiten vor, die evaluiert wurden. Zusätzlich gibt es jeden Monat einen Weiterbildungstag -  seit Oktober 2010 für Lehrer/innen und die Klassen 5 – 7 gemeinsam auf dem neuen Gelände. An diesem „Nature Day“ stehen praktische Themen wie Verwendung von Gartengeräten, zeichnerische Darstellung von Buchstaben oder Erlernen von Liedern im Mittelpunkt; im April 2011 wurde eine Prioritäten-Liste für die Bebauung auf dem neuen Gelände entwickelt ; der Bau einer Kompostanlage steht demnächst an...

 

M. Saraswathi mit Visionsbild der Naturschule im Oktober 2009

 

Kreativität im Mittelpunkt

Weiterbildungen in Kreativitätstechniken, Kindergartenpädagogik und „Erziehung in menschlichen Werten“ sollen die Kreativität von Lehrer/innen auf den Weg bringen. Die „Schwarze Erziehung“ (Angst als „Erziehungs“-Mittel) ist in Indien noch sehr verbreitet. Das Lernen ist freudlos, „motiviert“ durch Druck und braucht mehr Zeit, da keine intrensische Motivation vorhanden ist – Angst verhindert bekanntlich wirkliches Lernen… Die Schulen haben hohe Abbrecher-Quoten, da viele Kinder dem Druck nicht gewachsen sind – zudem wird häufig geprügelt. Kunst, Musik, Sport und Handarbeit werden meist nicht unterrichtet – es geht nur um die Entwicklung des Verstandes. Abends geht es mit „Tuition“ (Nachhilfe) weiter… Praktisch begabte Kinder müssen ihre Anlagen zugunsten eines „blutleeren“ Unterrichts unterdrücken; viele von ihnen verfallen in Apathie und sind nicht mehr lernfähig. Sie lernen nichts und beherrschen aufgrund des tagesfüllenden „Erziehungs“-Programms, das kaum Zeit für anderes läßt - nicht mehr die Fähigkeiten, die „zum Leben dazugehören“.

Die indische Präsidentin Pratibha Patil äußerte 2007, daß die Zeit reif sei, eine neue Pädagogik einzuführen, die modernen Anforderungen entsprechen solle… Plötzlich waren Artikel über ein wachsendes Bedürfnis nach Kreativität in indischen Zeitungen zu finden – ich schien zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein...

 

Papiertheater-Workshop September 2007

 

 

Thesen zur Kreativität

Kreativität ist die Fähigkeit, zu schöpfen. Wir sind Schöpfer, die Welt ist unsere Schöpfung.

Unsere Fähigkeit, zu kreieren, ist heute wichtiger denn je.

Kreativität wird gefördert durch eine Atmosphäre der Freude, Akzeptanz und Liebe.

Angst und Druck sind die natürlichen Feinde der Kreativität.

Kinder, die ihre Kreativität ausdrücken, lernen besser und sind glücklicher, selbstbewusster und sozialer.

Als Erwachsene sind sie in jeder Hinsicht erfolgreicher.

 

 

Kinder präsentieren ihre Malarbeiten in 2008

 

Horst Wagner komponierte 2007 das Shanti Ananda-Lied und vermittelte es den Lehrer/innen in einem Musik-Workshop. Es ist aus Lehrersicht geschrieben, wendet sich an die Schüler/innen und gibt  unsere pädagogische Einstellung wieder:

Shanti Ananda spreads the wings

 

There is a power in my hand;

O God let me lead them to their OWN way.

There is a power in my hand,

O God - give me love from your heart.

 

You are my teacher for the day,

Please remember me my childhood.

You are my teacher for the day;

Guide me to understand your life.

 

We will sit together for that day

and try to be in silence.

We will sit together for that day

and try to be in love.

 

Tell me what you want to know,

I will help your understanding.

Tell me what you want to know,

There will a way for you.

 

Shanti Ananda spreads the wings

to the people of the village.

Shanti Ananda spreads the wings,

We will be a model nearby you.

 

Shanti Ananda breitet die Flügel aus

 

Da ist eine Macht in meiner Hand;

O Gott, laß mich sie zu ihrem eigenen Weg führen.

Da ist eine Macht in meiner Hand,

O Gott - gib mir Liebe aus Deinem Herzen.

 

 

Du bist mein Lehrer für den Tag,

Bitte erinnere mich an meine Kindheit.

Du bist mein Lehrer für den Tag;

Führe mich, damit ich Dein Leben verstehe.

 

 

Wir werden heute zusammensitzen

und versuchen, in Stille zu sein.

Wir werden heute zusammensitzen

und versuchen, in Liebe zu sein.

 

 

Sag mir, was Du wissen möchtest,

ich will Dir helfen, zu verstehen.

Sag mir, was Du wissen möchtest,

es wird einen Weg für Dich geben.

 

 

Shanti Ananda breitet die Flügel aus

zu den Leuten im Dorf.

Shanti Ananda breitet die Flügel aus.

Wir werden ein Modell in eurer Nähe sein.

 

 

 

Bildung eines „sozialen Netzes“ in der Weiterbildung 2007

 

Kindergarten als Herausforderung

Viele Grundschulen in Indien haben einen Kindergarten – LKG und UKG (Lower und Upper Kindergarden); dieser ist allerdings häufig „verschult“ und wenig kindgemäß. Das, was viele Pädagogen unter einem guten Kindergarten verstehen – ein buntes spielerisches inspirierendes Paradies für Kinder (das Wort „Kindergarten“ vergleicht zu Recht die Kinder mit Pflanzen, die entsprechend ihrem Sosein behandelt werden wollen), ist hierzulande weniger bekannt – auch Reformmodelle wie Montessori-, Wald- oder gar Kneipp-Kindergärten etc. kennt man kaum. Das einzige lebendige Element im Kindergarten schienen mir „Rhymes with Action“ zu sein, die hierzulande sehr beliebt sind. So wurde die Verbesserung der Kindergartenpädagogik an der Schule ein „Dauerbrenner“. Der Werdeprozeß eines guten Kindergartens ist jetzt – im November 2011 – nicht abgeschlossen. Doch die exzellente Unterrichtsvorführung von Schulleiter Raja Sekhar in der Lehrer-Weiterbildung im Oktober 2011 läßt Gutes hoffen…

 

Unsere Kleinen beim Spielen mit den neuen Holzklötzen in 2008

 

 

Essentials unserer Kindergarten-Erziehung:

Wir beginnen jeden Tag mit einem Spielkreis!

Wir lassen die Kinder sich viel bewegen!

Wir arbeiten mit möglichst vielen Sinnen!

Wir benutzen spielerische Methoden!

Wir respektieren die Individualität jedes Kindes!

 

 

Im März 2009 wurde ein farbiges Kindergarten-Büchlein mit über 40 Spielen der Öffentlichkeit präsentiert – es sollte Lehrer, Eltern und Multiplikatoren zum Gebrauch von spielerischen Methoden motivieren. Begleitend zum Kulturprogramm der Schule stellten wir Kindergarten-Materialien, bunte Knete- und Tonfigurinen, Modelle und Handarbeiten aus - passenderweise in den von Lehrer/innen und Kindern in der ersten Projektwoche bunt und kreativ bemalten Klassenräumen. Besucher/innen waren angetan von der inspirierenden Farben- und Formenvielfalt der Exponate, die zum Anschauen, Anfassen und Ausprobieren einluden. Auch der M.E.O. (Mandal Education Officer), der höchste Schul-Beamte des Mandals (Kreises) Mudigubba, war sehr interessiert und äußerte sich anerkennend.

 

Kinder beim Kreisspiel – Titelbild des Kindergarten-Büchleins

 

Ausstellung der Kindergarten-Materialien im März 2009

 

Qualitäts-Standards im Unterricht

Seit 2008 steht auch die Qualitätsverbesserung des Unterrichts im Brennpunkt - der „normale Unterricht“ an den meisten Schulen Indiens besteht aus Frontalunterricht und Memorieren. Mit der Einführung neuer pädagogischer Ziele im Jahr 2006 wurde es unabdingbar, die Qualität zu verbessern. Weiterbildung zum Erlernen und zur Einübung von Unterichtsplanung und –strukturierung, diverser Unterrichtsmethoden und Schüler-Evaluation war gefordert. Am 1.11. 2008 fand unter Linda Whitakers Leitung (Englischlehrerin mit langjähriger Erfahrung an Internationalen Schulen in USA, Türkei und Saudiarabien ein Lehrer-Workshop an der Shanti Ananda Schule statt. Sie erklärte den Gebrauch von neuen Lehr- und Unterrichtsmaterialien, zeigte Lerntechniken auf und regte an, die Lerntypen (visuell, akustisch, kinästhetisch) zu berücksichtigen, um gute Ergebnisse zu erzielen.

 

Linda erklärt den Aufbau von Puzzles im November 2008

Auch Mohan Babu, hochkarätiger Lehrer-Ausbilder aus Mudigubba und Mitglied der Schulbuch-Kommission in Andhra Pradesh, führte Workshops zur Unterrichts-Planung, Verknüpfung von Theorie und Praxis, Lernzielen und Lehrplänen durch. Er erklärte uns, dass wir in Prüfungen nur etwa 25 – 30% des „Syllabus“ (staatliches Curriculum) abdecken müssen; es stünde uns frei, welche der Prüfungen wir praktizieren – in der Praxis hätten wir viel Freiheit und Raum für neue Wege und Methoden. (In den vierteljährlichen „Examinations“ - deren Fragenkatalog zentral von der Regierung festgelegt wird – wird nach vielen Details gefragt; ganzheitliche und problemlösende Lerntechniken werden hintangestellt). Wir wollen in den nächsten Jahren jede Lektion in jedem Fach daraufhin überprüfen, inwieweit sie nützlich ist; Praxis und Theorie sollen weitgehend miteinander verschränkt werden.

 

Lehrer-Weiterbildung bei Mohan Babu im Juli 2009

 

Im Jahr 2010 führten wir ein Pedagogical Progress Meeting ein, das alle zwei Monate stattfindet und ebenfalls dazu dient, die Unterrichtsqualität zu verbessern. Unser Schulberater Manjunath Reddy hatte die Konferenz inspiriert, um den Lehrer/innen ein Forum für den Austausch über pädagogischen Fortschritt zu geben. Besonders M. Sabitha engagierte sich für angstfreies Lernen und die Akzeptanz praktischer Fähigkeiten; sie sorgte als Schulleiterin (2010 – September 2011) dafür, daß in den Examinations (Prüfungen) Theorie und Praxis zu je 50% berücksichtigt werden.

2011 entwickelten Linda, Raja Sekhar, M. Sabitha und ich Arbeitsverträge für das Lehrpersonal, die verbindliche Qualitätsstandards wie schülerzentrierten Unterricht, handlungsorientiertes Lernen etc. enthalten. Bis zum Ende des laufenden Schuljahrs 2011/2012 sind 27 Unterrichts-Besuche (drei für jede/n Lehrer/in) geplant, in denen Lehrer-Evaluation durchgeführt wird… Durch diese verstärkte  Konzentration auf Qualitäts-Verbesserung sind wir gut gerüstet für den Start der Naturschule auf dem Neuen Gelände, der uns 2012 oder 2013 bevorsteht…

 

Projektwochen

Um eine Pädagogik für Kopf, Herz und Hand zu realisieren, waren ganzheitliche Lernsituationen wichtig; daher wurde im Schuljahr 2008/09 die erste Projektwoche an der Schule durchgeführt (2. – 7. 2.2009), Themen: Malen und Naturschule. Eine aus Lehrer/innen und Kindern bestehende Projektgruppe bemalte mit wachsender Begeisterung die weiß grundierten Wände der Klassenräume; die zweite baute Modelle (auch das unten abgebildete Naturschulmodell mit einem Haus für jede Klasse entstand in der Woche). Die kleinen Kinder – die nicht in den Projektgruppen arbeiteten - formten aus Ton Skulpturen und stellten sie aus. Von allen Beteiligten wurde die Projektwoche sehr positiv bewertet - niemand hatte damit gerechnet, welche schönen Ergebnisse wir zustande bringen würden. Das Selbstbewußtsein des Kollegiums wuchs aufgrund des pädagogischen Experimentes; diese Entwicklung war auch bei den Kindern zu beobachten…

 

Naturschulmodell als Ergebnis der ersten Projektwoche Februar 2009

 

Die zweite Projektwoche fand im Schuljahr 2009/2010 - neun Monate später - statt und konzentrierte sich auf die Vorbereitung der herbeigesehnten Naturschule. Zwei Schülergruppen besuchten die beiden Naturschulen, die die Lehrer/innen im Februar 2008 kennengelernt hatten; faszinierende Häusermodelle mehrerer Kulturen wurden gebastelt, eine Kompostgrube vor der Schule angelegt; die Sonne wurde bedichtet und besungen... Die örtliche Presse zeigte großes Interesse und veröffentlichte u. a. einen großen Artikel, in dem über die Entstehung der Schule, ihre Specials und die Vision der Naturschule berichtet wurde.

Die dritte Projektwoche im Schuljahr 2010/ 2011 (Februar 2011) war wieder höchst kreativ; eine breite Palette von Gegenständen – u. a. Lehr- und Unterrichtsmittel – die meisten aus Naturmaterialien - in verschiedenen Techniken hergestellt, waren auf dem neuen Schulgelände zu bewundern; als Höhepunkt wurde ein berührendes Theaterstück über Mutter Erde, Menschen und Bäume aufgeführt.

 

Mutter Erde im Mittelpunkt bei der Präsentation der Projektergebnisse

Andrea und Angelika – zwei sehr engagierte und kreative Lehrerinnen aus Bayern, die im Juni 2011 das zweite Mal einen Workshop über Kindergarten-Yoga und Kreativität durchführten - nahmen einige von den Kindern gebastelten Gegenstände  (u. a. einen „Fernseher“ mit „aufrollbarem Papierprogramm“) mit nach Deutschland, wo sie auf einem Schulbasar verkauft wurden; der Erlös wurde uns als Spende für Bepflanzung auf dem neuen Gelände überwiesen…

Für die Projektwoche im Schuljahr 2011/2012 ist ein „Awareness Camp“ zur Müllvermeidung geplant, das in der „FC-Colony“ (durch diese Siedlung muß man gehen, um von der „alten“ Schule zum neuen Gelände zu kommen) stattfinden soll. Angedacht sind Aktivitäten verschiedener Art wie Verkauf selbsthergestellter Stoff- und Papiertaschen (um die überbordenden – und mittlerweile im Anantapur District verbotenen - Plastiktüten zu ersetzen), ein Theaterstück, eine Rallye, Anlage einer Kompostgrube sowie Bepflanzungs-Aktionen und Infostände. Es wird das erste Mal sein, dass eine Projektwoche außerhalb der Schule stattfindet; inspiriert wurde sie vom neuen Schulleiter Raja Sekhar, dem es ein „brennendes Bedürfnis“ ist, eine müllfreie Zone in Mudigubba zu schaffen. Der Naturschul-Gedanke springt auf die Stadt über – eine äußerst spannende Entwicklung…

„Meine Worte sind wie Sterne, sie gehen nicht unter. Jeder Teil dieser Erde ist meinem Volk heilig;  jede glitzernde Tannennadel, jeder sandige Strand, jeder Nebel in den dunklen Wäldern, jede Lichtung, jedes summende Insekt ist heilig in den Gedanken und Erfahrungen meines Volkes. Wir sind ein Teil der Erde.“

(Aus der Rede des Häuptlings Seattle an den Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika im Jahre 1855)

 

Gartenarbeit auf dem neuen Gelände September 2011

Sprache und Kultur

Unterrichtssprache war von Anfang an Englisch – die Beherrschung der englischen Sprache verspricht bessere Zukunfts-Aussichten. Die meisten „English Medium Schools“ in Indien sind teure Privatschulen, die sich unsere Klientel (die Ärmsten der Armen, die zu 64% Kulis sind) nicht leisten können; an den für alle zugänglichen gebührenfreien Regierungsschulen, deren Qualität sich langsam verbessert, wird Englisch erst seit 2010 unterrichtet – ab der 5. Klasse. Die Idee von Nagananda Swamy, eine English Medium School für arme Kinder zu gründen, war ein gutes Werk im Sinne sozialer Gerechtigkeit, aber auch ein „Etiketten-Schwindel“ – denn kein/e Lehrer/in sprach damals mehr als wenige Worte Englisch… Seit 2007 erhält das Kollegium Coaching von Raja Sekhar, dem heutigen Schulleiter, mit dem Ziel, den Unterricht in englischer Sprache führen zu können. Heute - im Jahr 2011- nähern wir uns diesem Ziel; das Sprachniveau der Lehrer/innen ist mittlerweile akzeptabel; es gibt sogar einen Mailaustausch mit einer deutschen Klasse…

Schulbuchseite mit Texten in Englisch, Hindi und Telugu

Die Inder/innen sind ausgesprochen sprachbegabt… Während die meisten Europäer „visuelle Typen“ sind und vorwiegend über den Sehsinn lernen, lernen Asiat/innen eher über den Hörsinn und sind mehr „akustisch geprägt“. Die Augen sind mit dem Verstand gekoppelt, während die Ohren mit dem Gefühl in enger Verbindung stehen – ein wesentlicher Grund für kulturelle Unterschiede. In den westlichen Ländern geht es in der Kommunikation meist vorwiegend „um die Sache“ - hierzulande gilt die Beziehung zwischen den Menschen als prioritär – Verstand und Herz…

Auch für die sprachbegabten indischen Kinder ist es keine geringe Leistung, drei Sprachen parallel zu erlernen – was an unserer English Medium School der Fall ist - zumal jede dieser Sprachen unterschiedliche Buchstaben hat. Die Kinder müssen insgesamt 117 Buchstaben lernen, denn Telugu- (Landessprache in Andhra Pradesh) und Hindi-Alphabet (Hindi wird in ganz Indien gesprochen) bestehen jeweils aus 46 Buchstaben; unser Alphabet hat weitere 25 Buchstaben. Im Kindergarten fangen die Kinder mit Englischlernen an und beherrschen im ersten Schuljahr das Schreiben und Lesen in Telugu und Englisch. Im dritten Schuljahr kommt Hindi als dritte Sprache hinzu.

 

Strukturen im Alltag

Unsere ganzheitliche Schulbildung integriert normale Schulfächer, Kreativangebote – u. a. für die Entwicklung lebenspraktischer Fähigkeiten - und traditionelle indische Kulturtechniken auf der Basis von Erziehung in menschlichen Werten. Die folgende Alltagsstruktur hat sich als nützlich und sinnvoll herausgestellt: Der Schultag in unserer Ganztagsschule beginnt um 8.45 Uhr mit der Reinigung des Schulgeländes; alle Kinder sammeln herumliegenden Müll, bringen Bio-Abfälle zur Kompostgrube und den Restmüll zum selbstgebauten Müllbehälter. Anschließend versammeln sich die Schüler/innen zum Morgenritual vor der Schule – wie in ganz Indien üblich.

 

Schüler/innen, Lehrer/innen und ich vor der Schule im Januar 2008

Die indische Nationalhymne (Anthem) wird gesungen und ein Gelübde gesprochen: „Indien ist mein Land; und alle Inder sind meine Brüder und meine Schwestern. Ich liebe mein Land, und ich bin stolz auf sein reiches und vielfältiges Erbe. Ich werde mich immer bemühen, seiner würdig zu sein. Ich werde meinen Eltern, meinen Lehrern und allen Älteren Respekt geben und jeden mit Höflichkeit behandeln. Meinem Land und meinem Volk gelobe ich meine Hingabe. In ihrem Wohlergehen und Reichtum allein liegt mein Glück.“ Militärischer Drill – den alle Schüler/innen heiß und innig lieben – wird praktiziert und der Schulleiter begrüßt; der Spruch des Tages wird verlesen. Anschließend meditieren die Klassen 2 bis 7 im Tempelraum, Kindergartenkinder und Erstklässler/innen in ihren Klassenräumen. Der Unterricht besteht aus vier Unterrichts-Stunden am Morgen und zweien am Nachmittag sowie einem eineinhalbstündigen Kreativitätsblock; um 16.30 Uhr ist Schulschluss. Seit diesem Jahr gehen jeden Tag zwei Klassen nachmittags auf das neue Schulgelände, um dort verschiedensten Aktivitäten zu frönen: Gartenarbeit, Spiele, Basteln, Singen etc. Besonders gerne „schwimmen“ die Kinder im kleinen Bewässerungsteich vor dem Bauleiterbüro. Das große Gelände am Wasserreservoir von Mudigubba bedeutet eine unvergleichliche Aufwertung des Schullebens; denn die Möglichkeiten für die Schüler/innen sind um ein Vielfaches besser als an der „alten“ Schule..

Für die Lehrerschaft gibt es folgende Konferenzen und Weiterbildungen:

  • auf dem 2006 eingeführten monatlich stattfindenden Organisational Meeting werden Themen rund um die Schule besprochen, Projektmanager und Koordinator nehmen an schulgeländebezogenen Diskussionen teil
  • das wöchentliche Staff Meeting thematisiert praktische Fragen und Probleme beim täglichen Unterricht
  • seit 2010 findet alle zwei Monate ein Pedagogical Progress Meeting statt (s.o. „Qualitätsstandards im Unterricht) zur Verbesserung der Unterrichtsqualität
  • ebenfalls alle zwei Monate findet alternierend ein Creativity Progress Meeting statt, zur Optimierung der nachmittäglichen Kreativitätsperioden (seit 2010)
  • der  monatliche Nature Day auf dem neuen Schulgelände ist eine halbtägige Weiterbildung für Lehrerschaft und die Klassen 5 – 7 (seit 2010)
  • einmal pro Jahr findet eine fünftägige Weiterbildung (Teacher Training) in den Dasseraferien statt; zusätzlich gibt es gelegentlich andere Weiterbildungen.

 

Gesundheit

Am 29.11.2007 fand erstmalig das monatliche Health Camp (Gesundheitstag) statt; die Kinder werden auf ihren Gesundheitszustand hin untersucht und erhalten bei Bedarf Beratung und Medikamente. Das Health Camp inspirierte das „Doktorspiel“ im Kindergarten-Büchlein: „Der Doktor (ein Kind), ausgewiesen durch ein weißes Hemd und ein Stethoskop, untersucht zwei oder drei Kinder und fragt dann, welche Beschwerden sie haben. Er schreibt das in sein Notizbuch. Die Lehrerin erklärt, wie diese Krankheit entsteht und sich verbreitet. Auf diese Weise verlieren die Kinder ihre Angst vor dem Arzt und erfahren Details über Krankheiten“. Jetzt, im Jahr 2011, ist es uns wichtig, den Kindern nach Möglichkeit pflanzliche Medizin zu geben; der Schularzt Mussal Reddy kooperiert mit uns. Wir planen, auf dem neuen Gelände „Medical Plants“ anzubauen, und träumen davon, Medikamente aus Pflanzen und pflanzlichen Substanzen herzustellen. Projektmanager Horst Wagner fand heraus, dass die Blätter des Morenga-Baums Fehlernährungs-Folgen beseitigen können; so wollen wir eine größere Anzahl dieser Bäume anpflanzen. Auch Aloe Vera, die gesundheitlich sehr wertvolle Substanzen enthält, wächst bei uns und braucht ständig neue Anbauflächen…

Das erste Health Camp im November 2007

 

 

Elternarbeit

Unsere Lehrer/innen besuchen seit 2009 zweimal pro Schuljahr jedes Kind zuhause, um die häusliche Atmosphäre kennenzulernen und in Austausch mit den Eltern zu treten. Sie können den – meist einfachen – Eltern manchen Ratschlag geben, sei es bei der Kindererziehung oder auch der Gestaltung des häuslichen Lebens. Zusätzlich finden regelmäßig Elternversammlungen in der Schule statt, bei denen aktuelle Themen diskutiert werden. Unsere Eltern kommen meist zahlreich und sind sehr engagiert - sie unterstützen uns mit Rat und Tat; regelmäßig arbeiten sie auf dem neuen Land mit. Da es an den meisten Schulen nicht üblich ist, mit den Eltern zu kommunizieren, sind wir auch in dieser Hinsicht eine vorbildliche Modellschule.

 

Eltern beim Sieben der roten Erde für die Lehmziegel-Herstellung

 

Naturschule im Aufbau

Die „alte“ Schule hat eine Größe von nur ca. 300 qm; die räumliche Enge setzt der Pädagogik klare Grenzen. Es gibt nur zwei Toiletten, und das Gelände um die Schule herum darf zwar genutzt, aber nicht gestaltet werden, da es der Eisenbahn gehört. Eine bauliche Erweiterung 2008 brachte einen zusätzlichen kleinen Klassenraum sowie die Vergrößerung dreier Klassenzimmer, konnte jedoch das Platzproblem nicht lösen. Der Besuch zweier „Nature Schools“ im Februar 2008 bewirkte den Wunsch bei den Lehrer/innen, selber eine ökologische Schule zu gründen, in der lebenspraktische Fähigkeiten erlernt werden, deren Unterricht in Einklang mit der Natur ist, deren Gebäude aus Natursteinen bestehen und die über Landwirtschaft, Gärten, Permakultur etc. verfügt. Damit war die Idee geboren, eine ganz neue Schule zu bauen. Swamy Vivekananda, nach dem viele Schulen in Indien benannt sind, sagte über eine „Schule für das Leben“:“Die Erziehung, die nicht den gewöhnlichen Massen hilft, sich für den Lebenskampf auszurüsten, die keine Charakterstärke hervorbringt, keinen Geist der Menschenliebe und keinen Mut eines Löwen – ist sie diesen Namen wert?  Richtige Erziehung ist das, was einen befähigt, auf seinen eigenen Füßen zu stehen“.

Die Eltern - sehr angetan von der bisherigen Entwicklung - boten uns jede Art von Hilfe an; zwei Jahre schauten wir uns nach geeignetem Land um und konnten im Februar 2010 dank unserer Hauptsponsoren Herbert Fründt und Prof. Dr. Jürgen Weyer ein ca. 9 Acres (36000 qm) großes Grundstück am Wasserreservoir von Mudigubba kaufen – Schulberater Manjunath Reddy und der damalige Schulleiter (jetzige Koordinator) Chandra Mohan hatten es „an Land gezogen“. Lehrer/innen und SchülerInnen wurden von Anfang an in die Planung einbezogen, die nachhaltig sein soll. Achteckige Klassen-Häuser sollen in Spiralenform angeordnet werden; die Spirale als dynamischste Form des Universums ist in nahezu allen organischen Gestaltungen enthalten und verkörpert Wachstum und Ausdehnung.

 

Das neue Land am Wasserreservoir von Mudigubba

Die Planung der Naturschule und Bau- sowie Geländemaßnahmen veränderten das Schulleben; neue personelle Strukturen wurden geschaffen: Projektmanager Horst Wagner und Koordinator Chandra Mohan, bis dahin Schulleiter, sind ab Juni 2010 für Neubau und Gelände zuständig. Seitdem gibt es gewissermaßen zwei Projekte: die Schule und das „Neue Land“. Mehr und mehr wird dieses von Schüler/innen und Lehrer/innen genutzt; Unterricht, Veranstaltungen und vielfältige Aktivitäten finden dort statt. Horst Wagner – von der Muse „Heilige Geometrie“ geküßter (Gelände)-Architekt – kreiert eine lebendige, kreative und inspirierende Architektur, die den Bedürfnissen von Lehrer/innen und Schüler/innen nach Harmonie entgegenkommt und bei den Einheimischen zunehmendes Interesse hervorruft; häufig kommen Lehrergruppen zu Besuch, um das Gelände zu begehen, sich über unsere Ziele zu informieren und Anregungen für ihren Schulalltag zu erhalten…

 

Der erste Architektenplan, erstellt von Horst Wagner 2010

Das Gelände-Eingangstor – Horst Wagners erstes Werk, eine wunderschöne und filigrane Gestaltung - wurde in zwei geschwungene Mauern eingepaßt, die mit den Zwiebeltürmchen sehr anmutig aussehen. Das Tor befindet sich auf der höheren Seite des Schulgeländes - das Gelände ist zum Wasser hin abschüssig - wo 2010 eine Straße fertiggestellt wurde. 50 cm Erde mußten aufgeschüttet werden, um den  Niveau-Unterschied auszugleichen. Das erste Gebäude war das Bauleiterbüro; die Lehmziegelhalle folgte (wir produzieren Öko-Ziegel zur eigenen Verwendung; später sollen diese verkauft werden und einen Beitrag zur Finanzierung der Schule leisten); ein kleiner Lagerraum wurde notwendig. Das achteckige Verwaltungsgebäude sowie Gärtner- und Nachtwächterhaus sind im Bau; das erste Gästehaus ist fast fertig. Das „Grüne Klassenzimmer“ - eine Eisen-Konstruktion, die mit schnellwachsenden Rankpflanzen begrünt wird, soll Kindern und Lehrer/innen einen Versammlungs-Platz bieten. Gärtner Raju ist mit Begeisterung dabei, die Bepflanzung auszuweiten; ein Gemüsegarten ist im Aufbau; wir konnten bereits Tomaten ernten (natürlich Bio!). Ein formschönes Bewässerungsbecken ist „under construction“. Ein Rundweg - von Bäumen umrahmt -  soll um das Gelände verlaufen; einige Bäumchen aus unserer Baumschule wurden schon angepflanzt.

 

Vision einer Naturschule aus Schülersicht in 2010

Dieses Bild wurde im Juli 2010 von Schüler/innen der 5. Klasse gemalt und gibt die Vision einer neuen Schule wieder. Es enthält - energetisch betrachtet - höchst positive Elemente; Botida (Florian Meyer) analysiert: „So bezeichnet die Form des Torbogens einen antibakteriell und lebensfördernd wirkenden terrestrischen Goldpunkt, der als feinstoffliche Energiesäule in den Himmel ragt. Das quadratische Tor symbolisiert das Dharma (rechtschaffenes Verhalten und guten Umgang). Ein senkrechtes Quadrat symbolisiert die statische und ein diagonales Quadrat die dynamische Qualität von Dharma... Das Achteck kombiniert diese beiden Aspekte; daher ist diese Form als energetisch so hochwertig anzusehen. Die Form der Bäume zeigt, dass sie über Goldpunkten wachsen, welche u. a. durch YAGNA und AGNI-HOTRA-Feuerzeremonien entstehen; sie sind… Sinnbild für Erdheilung und Lebenskraft. Das Bild erstrahlt vor Lebensfreude, Farbenreichtum und Fülle. Es zeigt uns das Bewußtsein einer eigenen kulturellen Herkunft sowie einer positiven Zukunft für das eigene Leben, die Natur, die Gesamtgesellschat und für Indien als Nation“.

 

 

Oh Mutter Erde!

Oh Mutter Erde! es ist in deinem Schoss,

in dem wir unsere Leben leben und unsere Tode sterben.

Es ist auf Dir, wo wir unsere Vergnügen

und unsere Schmerzen erleben.

Du bist ein sehr altes Zuhause von uns,

wir schätzen dich sehr und werden dich immer lieben.

Wir sehnen uns danach, Dich in eine reine Himmelsstätte

unserer Träume zu transformieren,

in einen Planeten, wo alle Geschöpfe gleich wertvoll sind.

Wir wünschen, dich in eine liebreizende, sanfte Göttin zu verwandeln,

und wir umarmen Dich, Mutter Erde, mit unserer Liebe.

Du bist der Urgrund, der uns Alle ernährt und erhält.

Wir wollen Dich in fruchtbare Felder von

Frieden, Glück und Seligkeit umwandeln.

Möge Freude und Freiheit mit Millionen

süsser Düfte uns erfüllen, darum bitten wir.

Oh AMMA ! Oh AMMA  ! Oh AMMA !

 

Blick auf das Gelände im Oktober 2011

 

 

Schule in Andhra Pradesh

Artikel im Deccan Chronicle vom 22.6.2011

Die renommierte englischsprachige Zeitung „Deccan Chronicle“ schrieb am  22. Juni 2011 über die desolate schulische Situation im Bundesland Andhra Pradesh: „Die Analphabetenrate liegt hinter allen anderen Bundesstaaten in Südindien. Die hohe Abbrecherquote in den Regierungsschulen stellt eine größere Herausforderung für die Regierung dar; aber es scheint, dass diese keine Eile hat, sie zu akzeptieren… Der Staat hat einen unakzeptabel hohen Prozentsatz - 46,2%  - Schul-Abbrecher. Von 100 Schülern, die im Schuljahr 2000/01 eingeschult wurden, erreichten nur 54% die Klasse 10 im Schuljahr 2010/11. Die Abbrecherquote ist bei den unteren Kasten (scheduled castes and scheduled tribes) noch höher, da diese aufgrund von Armut gezwungen sind, sehr früh arbeiten zu gehen.“ „In Regierungs-Schulen ist die Abbrecherquote in der 5. Klasse 45%; sie steigt auf 56% in der 8. Klasse und auf 63% in der Klasse 10.“ K. Venugopal (A.P. Lehrer-Föderation)…

Die Schüler/innen an den Regierungsschulen – 8.8 Millionen von insgesamt 14,9 Millionen im Bundesland Andhra Pradesh – haben keine oder zu wenig grundlegende Einrichtungen wie Toiletten, Trinkwasser, Strom, Sitzbänke, Tische, Tafeln und sogar Kreide. Darüber hinaus sind 10.000 Schulgebäude in solch einem miserablen Zustand, dass sie eine Bedrohung für das Leben der Schüler in der Monsunzeit darstellen,“ sagt Mr. N. Narayana, Vorsitzender der Lehrer-Föderation in Andhra Pradesh.

Vor diesem Hintergrund ist unsere Schule zu sehen…

 

Danksagung

Nach fünf Jahren Präsenz in Indien zur Verwirklichung einer humanitären Vision – die Implementierung kindgerechter Pädagogik an einer kleinen Schule – möchte ich mich im Namen der 145 Kinder, die von unserer Erziehung profitieren, bei denen, die uns bei der Realisierung der erweiterten Vision – Aufbau einer Kreativen Naturschule für das Wohl von Mutter Erde – unterstützt haben und weiterhin unterstützen, ganz herzlich bedanken – an erster Stelle bei unseren Hauptsponsoren Herbert Fründt und Prof. Jürgen Weyer. Danken möchte ich den Spenderinnen und Spendern für ihre Zuwendungen, Monika Müller für ihre Bereitschaft, die Spenden über den Anahata-Verein und seit 2010 über die Anahata-Stiftung laufen zu lassen, und Prabakhar Reddy, der seit 2008 über den PRDS-Verein (Prabath Rural Development Society) unsere Spendengelder transferiert. Danken möchte ich besonders Manjunath Reddy, Berater für Schule und Schulland, der unsere Society „in die Gänge gebracht“ und uns fünf Jahre lang vielfache Hilfe und Beratung gegeben hat, sowie unseren neun Lehrern und Lehrerinnen, die gefordert sind, neue Standards zu erfüllen, wissend, dass die Verwirklichung unserer Naturschule das erfordert. Sie sind stolz darauf, dass wir mittlerweile als gute Modellschule bekannt sind. Danken möchte ich Horst Wagner für seinen unerschütterlichen Einsatz und seine wunderbare belebende Kreativität und Koordinator Chandra Mohan, der hingebungsvoll und gewissenhaft für das Projekt arbeitet. Bedanken möchte ich mich bei all den Menschen, die „im Schweiße ihres Angesichts“ Weiterbildungen in der Schule geleitet haben: Linda (die auch in mancher Krisensituation Rat und Hilfe gegeben hat), Klaus Premananda, Andrea und Angelika, Botida sowie Sheila Swift, Johanna und Krsna. Danken möchte ich den Menschen, die mich moralisch unterstützt haben, vor allem Dr. Richard Ratka aus Pützstück und Anton Hross aus Grasbrunn. Am meisten bedanken möchte ich mich bei der Großen Kosmischen Kraft, die mir geholfen hat, diese fünf Jahre zu wirken, die mich immer wieder belebt und aufgerichtet hat, auch wenn es Geduld, Durchhaltevermögen und Mut erforderte… Die tiefe Dankbarkeit und Offenheit der Kinder (und die Herzlichkeit der Lehrer/innen) ist so berührend und ergreifend, dass sie alle Schwierigkeiten mehr als ausgleicht. Die Kinder hierzulande wissen, dass es nicht selbstverständlich ist, zur Schule gehen zu können, und schätzen es, eine gute Erziehung zu bekommen. Wir tun den Dienst an den Kindern in der Überzeugung, im Sinne einer grenzüberschreitenden globalen Humanität zu handeln und damit einen Beitrag für den Frieden zu leisten.

 

 

Lehrer-Weiterbildung Oktober 2011

 

Ausblick

Wir wollen unsere Kreative Naturschule weiter auf- und ausbauen; voraussichtlich im Schuljahr 2012/2013 wird die gesamte Schüler- und Lehrerschaft auf das neue Gelände wechseln. Anschließend soll die Schule bis zur 10. Klasse „aufgestockt“  werden, was eine Recognition (staatliche Anerkennung) auch für die Klassen 8 bis 10 bedingt. Wir wollen das Naturkonzept ausweiten und die  – trotz Erweiterung durch Elemente wie Kreativität, Meditation etc. konventionelle – Unterrichtsstruktur zugunsten von experimentellem und Projekt-Unterricht verändern. Außerdem soll mehr Unterricht „von der Basis“ stattfinden: (ältere) Schüler/innen lernen, indem sie (jüngere) unterrichten; Kinder werden zu (temporären) Lehrer/innen… Angefangen haben wir schon mit diesem spannenden Experiment, indem Schüler/innen der 7. Klasse gelegentlich Kindergarten-Kinder unterrichten… An der Schetinin-Schule in Rußland unterrichten ausschließlich Schüler/innen, alle Ausarbeitungen für den Unterricht stammen von ihnen - mit diesem Konzept wurde diese Schule zur besten der Welt deklariert... Die Lehrer/innen sollten als „Facilitators“, Ermöglicher, agieren. Wie Horst Wagner im Shanti Ananda Lied schrieb, sollten sie vorwiegend auf Fragen von Schüler/innen eingehen - diese bilden in unserer Vision Dreh-, Mittel- und Angelpunkt des Unterrichts. Menschen von „außerhalb“ sollen einbezogen werden – ein Konzept, das wir bereits praktizieren; Eltern und andere Personen geben den Kindern Wissen und Kenntnisse weiter. Koordinator Chandras und Lehrerin M. Saraswathis Väter werden an den nächsten Nature Days Wissen und Erfahrung über Kühe bzw. über Korbflechten und Herstellung von Seilen weitergeben. So sollte jede/r, der/die „etwas zu sagen hat“, die Möglichkeit erhalten, dieses Wissen weiterzugeben – ein „natürliches“ Lernen und Lehren.

Claudia Rödler, Pädagogin, geistige Heilerin und Channel-Medium, übermittelte mir 2010 in München eine Botschaft von Kuthumi, in der Aussagen über die Zukunft der Shanti Ananda Schule enthalten waren: „Sie wird erfolgreich, und das Konzept wirst du anderen Schulen weitergeben. Es ist eine Schule, die den Menschen in der Neuen Zeit entspricht. Du hast in deinen Inspirationen erkannt, dass das Lernen in der Natur für den Menschen essentiell ist. Du wirst noch mehr Inspirationen erleben, die du mit einbringst. Du bist eine derer, die das Lernen in der Neuen Zeit zukünftig auf die Erde bringt, denn dir ist es möglich, das Wesen des Menschen zu erfassen und ihm das zu geben, was ihn dabei unterstützt, sein Potential zu entwickeln. Der Mensch ist ein natürliches Wesen und so wird das, was du an diesem Ort machst, später auch Schulen in Deutschland eine Inspiration sein…

Darüber hinaus werden sich – natürlicherweise – Ideen und Inspirationen entwickeln, die jetzt noch Zukunftsmusik sind. Wer weiß – vielleicht entwickeln wir eines Tages einen Nullpunkt-Generator???

Wir sind eine bekannte, aber bisher nicht offiziell anerkannte Modellschule… Unser Bestreben geht dahin, von der Regierung in Andhra Pradesh als Modellschule anerkannt zu werden – das könnte bedeuten, dass in ein paar Jahren die Regierung die Lehrer-Gehälter übernimmt... Mit dem Verkauf selbsthergestellter Lehmziegel und anderer Produkte, z. B.  aus der biologischen Landwirtschaft – wollen wir in Zukunft einen Beitrag zur Finanzierung der Schule leisten. In der Zwischenzeit sind wir auf Ihre Spenden angewiesen. Falls Sie für eine bestimmte Sache spenden wollen (Kindergarten-oder Kreativmaterial,  Bepflanzung etc.), geben Sie bitte den Betreff auf dem Überweisungsträger an; Ihre Spende wird in diesem Sinn verwendet werden.

Bitte leiten Sie den Newsletter weiter und empfehlen Sie uns Ihren Freund/innen, Kolleg/innen, Bekannten, Verwandten sowie all denen, die Interesse an unserer wachsenden Kreativen Naturschule haben könnten...

Mit herzlichen Grüßen,

Ihre Helga Shanti Fründt

 

 

Spendenkonto der Anahata Stiftung

für die Naturschule Mudigubba

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Ktn: 375 1241 124

BLZ: 700 205 00

 

Für Spenden erhalten Sie eine steuerlich anerkannte Zuwendungsbestätigung.

Bitte auf dem Überweisungsträger Namen und Adresse angeben!

 

 

Presseartikel im Eenadu am 11.11.2009

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