Shanti Ananda

The Nature Concept School

Shanti Ananda Newsletter 3/2013

Eine der fuer mich bewegendsten Situationen der letzten Jahre hat sich am 16. April in der Schule zugetragen. Wenn mir nicht ohnehin klar waere, warum ich mich fuer diese Schule einsetze - spaetestens in diesem Moment haette ich es gewusst: Raju, ein Schueler der 5. Klasse, ist sehr krank. Seine Eltern brachten ihn zum Krankenhaus, wo er Medizin verschrieben bekam, die nicht half. Ein weiterer Arzt empfahl ihnen dringend, Raju drei Bluttransfusionen zukommen zu lassen - hierzulande muessen sich allerdings die Betroffenen selber darum kuemmern, dass sie an Blutreserven kommen... Nachdem die sehr armen Eltern Verwandte und Bekannte mit maessigem Erfolg angesprochen hatten, wendeten sie sich in ihrer Verzweiflung an Schulleiter Raja Sekhar, der ihnen sofort Hilfe zusagte. Lehrerin Prabhavathi spendete fuer Raju Blut und wird das nochmals tun. Des weiteren sammelten Schueler/innen und Lehrkoerper Geld, das Rajus uebergluecklichen Eltern in der Schule ueberreicht wurde. Mich hat die spontane von Herzen kommende Hilfsbereitschaft zutiefst geruehrt; und ich glaube, dass wir auf dem richtigen Weg in Richtung Menschlichkeit sind...

Die 7. Klasse ueberreicht die gesammelten Spenden Rajus Eltern

Es kamen ueber 2600 Rupees (ca. 38 €) zusammen; wir haben den Eltern auch darueber hinaus Hilfe zugesagt. Wir hoffen, dass Raju bald wieder gesund wird.

 

 

Raju, Lehrerin Prabhavathi und ich

 

Der Nature Day im Maerz – der letzte in diesem Schuljahr, das am 23.4. zu Ende ging - befasste sich mit dem hierzulande ueberaus wichtigen Thema Muell.

 

Theaterstueck mit Mutter Erde im Zentrum

Der grosse ueberdachte Muelleimer auf dem Gelaende wurde von den Kindern geleert; der Muell wurde sortiert (Papier, Textilien, Plastik u. a.) und entsorgt. Ausserdem wurden von allen Klassen im Gaestehaus Theaterstuecke und Lieder praesentiert. Es gab ausserdem originelle kreative Designs fuer Papierkoerbe und Muelleimer sowie viele bunte und anregende Bilder zu bewundern.

 

Schueler/innen sortieren den Muell aus dem grossen Muelleimer

 

Bild einer hierzulande ueblichen Szene mit viel herum(f)liegendem Muell

Auf diesem Bild nimmt ein riesiger bunter Behaelter den Muell auf

 

Am 23.4., dem letzten Schultag vor den Sommerferien, fand die Abschiedsparty der Siebtklaessler/innen statt. Die sechs Maedchen und drei Jungen, die alle auf weiterfuehrende Schulen gehen werden, waren sehr traurig darueber, ihre geliebte Shanti Ananda Schule verlassen zu muessen, in der sie sich zu Hause gefuehlt haben. Leider ist es uns bislang noch nicht moeglich, unsere Schule bis zur 10. Klasse weiterzufuehren, was sinnvoll und wuenschenswert waere.

Eine Schuelerin der 5. Klasse spricht zu den Abgaenger/innen

Ein wichtiges Ziel ist es, die Schule in den naechsten Jahren bis zur 10. Klasse aufzustocken. Bei der Abschiedsfeier im Gaestehaus gab es eine gemeinsame Tanzvorfuehrung der Siebtklaessler/innen sowie Reden von Lehrer/innen und Schueler/innen. Die Schulabgaenger/innen teilten mit uns ihre Gefuehle und ihre Berufswuensche – von den neun Teenagern wollen drei Lehrerinnen werden!

 

Am 13.4. leitete Lachyoga-Trainerin Sheena Harratt Nellu (http://www.sheenanellu.com) einen Lachyoga-Workshop fuer Lehrer/innen und Angestellte; es war fuer alle ein sehr spassiger Event. Bereits am Ausstellungstag der Projektwoche hatte sie spontan eine Session fuer Schueler/innen gegeben. Die anwesenden Kinder „warfen“ sich begeistert in’s Geschehen; es herrschte eine „Bomben“-Stimmung.

Lachyoga-Seminar mit Sheena Harratt Nellu (ganz in Weiss)

Lachyoga hat bei regelmaessiger Ausuebung unzaehlige Vorteile, angefangen bei verbesserter Atmung und Durchblutung ueber bessere Leistungen und Kreativitaet bis hin zu groesserer Kontaktfaehigkeit. Es ist fuer jede/n geeignet; es gibt sogar Lachyoga-Gruppen mit Gehoerlosen... „Erfunden“ wurde es von Dr. Madan Kataria aus Bombay. Mittlerweile ist Lachyoga eine grosse Bewegung in vielen Laendern geworden; in einer Reihe von Staedten gibt es Gruppen. Wir haben Lachyoga bereits in unser taegliches Programm aufgenommen- sehr zur Freude der Schueler/innen.

Unsere Kleinsten vor den leuchtenden (und lachenden?) Sonnenblumen

 

Die Sonnenblumen auf dem Schulgelaende (gestiftet von Sportgelaende-Sponsor Walter Hoischen) sind gut gediehen, aber bei weitem nicht so gross wie seine Wunder-Exemplare in Koeln. Dort hat er seit 2008 jedes Jahr Hunderte von zu Hause vorgezogenen Sonnenblumen auf der Suelzburgstrasse gepflanzt – zur Freude der Anwohner. Einige Pflanzen wurden ueber 5 m gross (!) - er hat spezielle „Wachstums-Rezepte“... Seine Motivation ist: „Liebe Dein Viertel“.

Walter Hoischen und seine riesigen Sonnenblumen

Er verbringt pro Woche ca. sechs Stunden mit der Pflege der Sonnenblumen – ein inspirierendes  Beispiel fuer nachbarschaftliches Engagement! Die lokalen Zeitungen berichten regelmaessig ueber seine Stadtbegruenungs-Aktivitaeten.

Ueberreichung eines Portraets an meinem Geburtstag

Anlaesslich meines Geburtstags im Maerz ueberboten sich alle an Kreativitaet: Kinder und Lehrer/innen trugen lustige Papierhuete, und ich bekam ein goldenes Diadem aufgesetzt. Eine Riesentorte wurde mathematisch akkurat aufgeschnitten und verteilt. Ein sehr originelles Geschenk war ein Portraet - es brachte mich auf die Idee, ab dem naechsten Schuljahr Kunst fuer die 7. Klasse zu unterrichten. Bisher bin ich wegen zahlreicher „artfremder“ Pflichten nicht dazu gekommen...

Der folgende Link (http://www.tagesschau.de/inland/unicef-kinder-glueck100.html?r=&lid=239270&pm_ln=3) hat mich sehr nachdenklich gemacht: jede/r 7. Jugendliche in Deutschland zwischen 11 und 15 Jahren ist ungluecklich; als Begruendung wird die einseitige Konzentration auf Leistung genannt. Die UNICEF verlangt, dass das Wohlbefinden von Kindern zur „Richtschnur der Politik“ werden muesse... Wir versuchen an der Shanti Ananda Schule, den Kindern umfassende Perspektiven zu vermitteln, orientieren uns an ihrem Wohlbefinden und geben ihnen Moeglichkeiten zur Mitgestaltung. Unsere Devise ist, dass die Liebe in der Erziehung oberster Wert sein muss. Blosse Leistung reduziert den Menschen auf die Funktion - eine ganzheitliche Sichtweise sieht ihn als Ganzes. Unsere Erziehung fuer Kopf, Herz und Hand bzw. fuer Koerper, Seele und Geist zielt auf den Menschen als Einheit. Die folgende – mir von Antonella Brambathi zugetragene - Geschichte ist nicht nur in dieser Hinsicht inspirierend:

Eine wunderbare Geschichte

 

Eines Tages bat eine Lehrerin ihre Schüler, die Namen aller anderen Schüler der Klasse auf ein Blatt Papier zu schreiben und ein wenig Platz neben den Namen zu lassen. Dann sagte sie zu den Schülern, sie sollten überlegen, was das Netteste ist, das sie über jeden ihrer Klassenkameraden sagen können; und das sollten sie neben die Namen schreiben.

 

Es dauerte die ganze Stunde, bis jeder fertig war; und bevor sie den Klassenraum verließen, gaben sie Ihre Blätter der Lehrerin. Am Wochenende schrieb die Lehrerin jeden Schülernamen auf ein Blatt Papier und daneben die Liste der netten Bemerkungen, die ihre Mitschüler über den Einzelnen aufgeschrieben hatten. Am Montag gab sie jedem Schüler seine oder ihre Liste. Schon nach kurzer Zeit lächelten alle. "Wirklich?" hörte man flüstern. "Ich wusste gar nicht, dass ich irgendjemandem was bedeute!" und "Ich wusste nicht, dass mich andere so mögen", waren die Kommentare.

 

Niemand erwähnte danach die Listen wieder. Die Lehrerin wusste nicht, ob die Schüler sie untereinander oder mit ihren Eltern diskutiert hatten, aber das machte nichts aus. Die Übung hatte ihren Zweck erfüllt. Die Schüler waren glücklich mit sich und mit den anderen.

Einige Jahre später war einer der Schüler gestorben; und die Lehrerin ging zum Begräbnis dieses Schülers. Die Kirche war überfüllt mit vielen Freunden. Einer nach dem anderen, der den jungen Mann geliebt oder gekannt hatte, ging am Sarg vorbei und erwies ihm die letzte Ehre. Die Lehrerin ging als letzte und betete vor dem Sarg. Als sie dort stand, sagte einer der Anwesenden, die den Sarg trugen, zu ihr: "Waren Sie Marks Mathelehrerin?" Sie nickte: "Ja". Dann sagte er: "Mark hat sehr oft von Ihnen gesprochen."

 

Nach dem Begräbnis waren die meisten von Marks früheren Schulfreunden versammelt. Marks Eltern waren auch da; und sie warteten offenbar sehnsüchtig darauf, mit der Lehrerin zu sprechen. "Wir wollen Ihnen etwas zeigen", sagte der Vater und zog eine Geldbörse aus seiner Tasche. "Das wurde gefunden, als Mark verunglückt ist. Wir dachten, Sie würden es erkennen." Aus der Geldbörse zog er ein stark abgenutztes Blatt, das offensichtlich zusammengeklebt, viele Male gefaltet und auseinander gefaltet worden war. Die Lehrerin wusste ohne hinzusehen, dass dies eines der Blätter war, auf denen die netten Dinge standen, die seine Klassenkameraden über Mark geschrieben hatten. "Wir möchten Ihnen so sehr dafür danken, dass Sie das gemacht haben", sagte Marks Mutter. "Wie Sie sehen können, hat Mark das sehr geschätzt."

 

Alle früheren Schüler versammelten sich um die Lehrerin. Charlie lächelte ein bisschen und sagte: "Ich habe meine Liste auch noch. Sie ist in der obersten Schublade in meinem Schreibtisch". Die Frau von Heinz sagte: "Heinz bat mich, die Liste in unser Hochzeitsalbum zu kleben." "Ich habe meine auch noch", sagte Monika. "Sie ist in meinem Tagebuch." Dann griff Irene, eine andere Mitschülerin, in ihren Taschenkalender und zeigte ihre abgegriffene und ausgefranste Liste den anderen. "Ich trage sie immer bei mir", sagte Irene und meinte dann: "Ich glaube, wir haben alle die Listen aufbewahrt." Die Lehrerin war so gerührt, dass sie sich setzen musste und weinte. Sie weinte um Mark und für alle seine Freunde, die ihn nie mehr sehen würden.

Im Zusammenleben mit unseren Mitmenschen vergessen wir oft, dass jedes Leben eines Tages endet und dass wir nicht wissen, wann dieser Tag sein wird.
Deshalb sollte man den Menschen, die man liebt und um die man sich sorgt, sagen, dass sie etwas Besonderes und Wichtiges sind.“

 

Auf „Vimeo“ (www.vimeo.com) sind Videos ueber die Shanti Ananda Schule zu sehen:

 

Mit ganz herzlichen Grüßen!

Ihre Helga Shanti Fründt

 

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Blick auf das Bauleiterbuero

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