Shanti Ananda

The Nature Concept School

Shanti Ananda Newsletter 6/2013

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Regenritual vor Verwaltungs- und Toilettengebaeude (man beachte die Erdkugel rechts)

 

Seit Juli wird an der Shanti Ananda Nature Concept School einmal monatlich eine Regenzeremonie durchgefuehrt, um die himmlischen Maechte zu bewegen, uns Regen zu schicken – den der diesjaehrige Monsun hat – zumindest in dieser Region – herzlich wenig Niederschlaege gebracht. Am letzten Schulgelaende-Meeting erzaehlte ich Koordinator Chandra Mohan und Schulleiter Raja Sekhar folgende Geschichte, die ich im Alter von sieben Jahren geschrieben habe - als haette ich damals schon geahnt, dass das Schicksal mich in diese wasserarme Gegend verschlagen wuerde:

Eine Regenpfuetze erzaehlt

Es war einmal eine kleine Regenpfuetze.

Weil kein Regen mehr kam, wurde sie immer kleiner.

Die kleine Regenpfuetze hatte Angst, zu vertrocknen, und fing an zu weinen.

Sie weinte und weinte; durch die vielen Traenen wurde sie immer groesser.

Am Ende war sie ein kleiner Teich; viele Froesche kamen und quakten im Chor.

*

Just an diesem Tag (31.8.) kam abends eine Regenfront, die bis heute (9.9.) anhaelt und mehrfach auch staerkere Niederschlaege gebracht hat. So werden wir wohl in den naechsten drei Monaten unseren Wasserbedarf auf dem Gelaende decken koennen. Dennoch ist es leider moeglich, dass wir in naher Zukunft Wasser kaufen muessen (fuer Giessen von Pflanzen, Toiletten, Duschen und Trinkwasser - das gefiltert wird)…

Der Nature Day im August konzentrierte sich auf das Thema “Clean” (Reinigen) und bestand vor allem aus praktischen Aktionen (Toiletten putzen, Muell sammeln und sortieren); doch natuerlich gab es wie immer kleine Auffuehrungen sowie eine Bilderausstellung.

 

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Jungen beim Putzen der Toilettenbecken

 

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Maedchen beim Reinigen der Toiletten

Das Thema “Sauberkeit” spielt bei uns eine wichtige Rolle – nicht nur, weil es in diesem Land meist straeflich vernachlaessigt wird. Vielerorts fuehlt man sich wie auf einer Riesen-Muellkippe; selbst der groesste Ashram Indiens (Prashanti Nilayam in Puttaparthy) hat grosse Mengen an Styropor – Hauptmaterial fuer Prachttore an Geburtstags-Feierlichkeiten - einfach lieblos an den Strassenrand geworfen… Toiletten sind schwer zu finden und werden meist nur nachlaessig geputzt. Diese Taetigkeit ist im Bewusstsein der Menschen den niedrigsten Kasten zugeordnet und somit “unter ihrer Wuerde”. Lieber leben sie mit dem Dreck… Mit dieser Einstellung und den daraus resultierenden Konsequenzen koennen wir als Westler nur schwer in inneren Frieden kommen. Daher arbeiten wir daran, ein neues Hygienebewusstsein in unserer Nature Concept School zu implantieren, was uns bisher gut gelungen ist. Putzen und Reinigen gehoeren selbstverstaendlich mit zum taeglichen Leben.

 

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Lehrerin M. Saraswathi und Schueler/innen vor Nature Day-Schriftzug aus Gras

 

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Independence Day-Feier auf dem Schulgelaende

Am 15. August wurde wie jedes Jahr der Independence Day (Unabhaengigkeitstag) gefeiert. Der August 2013 war ein sehr kritischer Monat, da in unserer Region (Rayalassima) gestreikt wurde und bis heute wird. Anlass war die Entscheidung der Regierung in Neu-Delhi, den Bundesstaat Andhra Pradesh zu teilen. Es entstanden die Bundesstaaten Telangana und Seemandhra, zu dem wir - neben der Region Andhra - gehoeren. Da grosse Teile der Bevoelkerung in Rayalassima die Teilung von Andhra Pradesh ablehnen (im Gegensatz zu den Bewohnern in Telangana), wurden ab dem 1. August Strassen blockiert, Geschaefte und Banken geschlossen sowie viele Demonstrationen und Kundgebungen veranstaltet. Der Streik wurde auf dem Ruecken der Schulkinder durchgefuehrt; Streikkommittees (Samaikyandhra), in denen Regierungsschullehrer einen grossen Einfluss haben, uebten massiven Druck auf Schulen aus, ihre Tore zu schliessen, und ignorierten das Gesetz von 2010, das die Schulpflicht beinhaltet.

Die Shanti Ananda Schule ist bis heute (9.9.) die einzige Schule in Mudigubba (einem Zentrum der Streikbewegung), die normalen Unterricht durchfuehrt. Schulleiter Raja Sekhar und Koordinator Chandra Mohan verhandelten mit der der Protestbewegung nahestehenden Lehrer-Organisation JAC, die uns “grosszuegig” gestattete, weiterhin den Schulbetrieb aufrecht zu erhalten (eine Sonderregelung, weil wir weder Regierungsschule noch gewoehnliche Privatschule sind, die meist gewerblich gefuehrt werden. Ab dem 12.9. wollen die Elektrizitaets-Mitarbeiter streiken, so dass nicht mehr mit einer geregelten Stromversorgung zu rechnen ist (ohnehin nur begrenzt vorhanden wegen haeufiger Unterbrechungen). Man wundert sich immer wieder, was in diesem Land alles moeglich ist…

 

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Projektmanager und Architekt Horst Wagner ueberreicht Preise an die Kinder

Dennoch hatten wir eine schoene Independence Day-Feier, bei der wie in jedem Jahr Preise an die Sieger/innen bei Sport und Spielen ueberreicht wurden. Einen Sport- und Spieletag hatten wir Anfang August auf dem Gelaende durchgefuehrt:

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Kinder beim Sport- und Spieletag – ein Bild der Lebensfreude

 

Tauziehen der Kindergartenkinder

Die Schueler/innen lieben das neue Gelaende heiss und innig; die Kinder wollen haeufig abends gar nicht nach Hause gehen, weil sie sich hier so wohlfuehlen. In der Tat ist das Gelaende mit einer Groesse von ca. 39.000 qm eine Art riesiger Abenteuer-Spielplatz, der Gelegenheit fuer vielfaeltige Aktivitaeten bietet. Hier herrschen zudem Ruhe und Frieden im Gegensatz zum haeufig extremen Laermpegel ausserhalb. Die Kinder tragen aktive Verantwortung fuer Pflanzen und Sauberkeit, was ihr Selbstbewusstsein staerkt. Unsere Paedagogik betont Selbsttaetigkeit und praktisches Tun, was an den meisten Schulen hierzulande unbekannt ist. Wir ermutigen die Kinder dazu, ihre Umwelt aktiv in Besitz zu nehmen.

 

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Unterricht im beliebten Gruenen Klassenraum

 

So hat die siebte Klasse seit neuestem Mitverantwortung fuer unsere mittlerweile mehr als 1100 Buecher umfassende Schulbuecherei. Zwar haben wir eine Halbtags-Bibliothekarin; aber da der momentane Klassenraum der Siebtklaessler die  Bibliothek ist, ergibt sich diese Zuordnung organisch.

 

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Blick auf die Schulbuecherei in neuen Regalen

Die Buecher sind aus ihrem “Gefaengnis” entlassen (in der alten Schule waren sie aus Platzmangel jahrelang in Stahlschraenken eingeschlossen); darueber sind alle froh… Zwar hat schon seit 2008 jede Klasse eine woechentliche Bibliotheksperiode; aber ein “freier Buchzugang” war bis vor kurzem nicht moeglich. Die Siebtklaessler nutzen jetzt jede freie Minute, in den Buechern zu schmoekern, was gerne gesehen wird. Und sie sind zudem stolz auf das Vertrauen, das ihnen somit entgegengebracht wird.

 

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Raksha Bandan-Formation der Schulkinder

Am 23.8. wird das Raksha Bandan-Fest in ganz Indien gefeiert – das Fest der Freundschaftsbaendchen. Kinder basteln zu diesem Anlass vielgestaltige farbige Baendchen, die sie sich gegenseitig um das Handgelenk binden. Bei uns gab es ein kreatives Highlight: die Bildung eines lebendigen Raksha Bandan –„Baendchens“ aus Schulkindern in Formation.

Traditionell bedeutet das Raksha Bandan-Fest ein Abkommen zwischen Geschwistern: die Schwester bastelt ein Baendchen fuer den Bruder und bindet es ihm um das Handgelenk, wofuer ihr dieser im Gegenzug zusagt, sich um sie zu kuemmern... Das naechste Foto veranschaulicht diese Sitte:

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Raksha Bandan-Ritual

 

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Versenken der Ganeshastatue im Wasser

Ein weiteres wichtiges Fest, das jedes Jahr in Indien gefeiert wird, ist „Ganesha“, auch „Vinayaka“ genannt. Ganesha – zweiter Sohn der Gottheiten Shiva und Parvathi - ist der sogenannte Elefantengott, der einen guten Anfang und gutes Gelingen symbolisiert. Zu diesem polulaeren Fest werden zahlreiche Ganeshastatuen aufgestellt, die von einer grossen Zahl von Menschen verehrt werden. Es gibt Prasadam (geweihte Suessigkeiten) zu diesem hohen Feiertag.

Es ist zum einen ein Fest der Kreativitaet und zum anderen der Verschmutzung; denn nach den lautstarken Strassenumzuegen (die etwas Aehnlichkeit mit deutschen Karnevalsumzuegen aufweisen), auf denen die Goetterstatuen den Menschen praesentiert werden, werden sie traditionell im Wasser versenkt. Auf diese Weise leisten die - meist aus toxischen Materialien hergestellten und zudem mit giftigen Farben bemalten - Statuen einen gewichtigen Beitrag zur Verschmutzung des kostbaren und raren Wassers...

So hat sich Schulleiter Raja Sekhar ueberlegt, dass unsere Schulkinder ab sofort oekofreundliche Vinayakas/Ganeshas herstellen; die Statuen wurden aus Ton geformt und anschliessend mit natuerlichem Material verziert. Ich halte diesen Schritt fuer einen sehr wichtigen und zukunftsweisenden; denn unsere Schule wird auf ihrem Umzug am 11.9. durch Mudigubba allen zeigen, dass es durchaus moeglich ist, ein umweltfreundliches Ganesha- oder Vinayaka-Fest zu feiern...

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Vinayaka-Statue aus Ton

Mit ganz herzlichen Grüßen!

Ihre Helga Shanti Fründt

 

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Kinder pflanzen einen Baumwollbusch

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